Zittern beim Hund

Das Zittern (Fachausdruck: Tremor) beim Hund kann viele Ursachen haben. Die wohl häufigsten Gründe sind Anspannungen, dazu zählen unter anderem Freude, Aufregung, aber auch Angst, Stress oder das Kältezittern. Aber auch Rasse bedingt gibt es starke Unterschiede.

Weitere Gründe für das Zittern beim Hund erklären wir dir hier und sagen dir, wann es besser für dich und deinen Hund ist zum Tierarzt zu gehen. 


INHALTSVERZEICHNIS

  1. Anspannung und Anstrengung
  2. Angst
  3. Rassetypisches Zittern
  4. Schlaf
  5. Kälte
  6. Alter
  7. Neurologische Krankheiten
    1. Epilepsie bei Hunden
    2. White Dog Shaker Syndrom
    3. Staupe beim Hund
    4. Weitere
  8. Weitere Krankheiten
    1. Niereninsuffizienz/akutes Nierenversagen beim Hund
    2. Magendrehung beim Hund
  9. Schmerzen
  10. Vergiftung (Intoxikation)
  11. Impfung / Spritzen (Injektionen)
  12. Zusammenfassung: wann zum Tierarzt? 

1. Anspannung und körperliche Anstrengung beim Hund

Verspürt dein Hund starke Emotionen, so äußert er diese manchmal auch in Form von Zittern.

Durch das Zittern wird die innere Anspannung etwas kompensiert, das heisst, er gleicht sie dadurch etwas aus und es kommt zum Spannungsabbau.

Grundsätzlich ist diese Form vom Zittern harmlos, jedoch sollte bei starker Angst und Stress ein Fachmann zu Rate gezogen werden (siehe auch Punkt 2. „Angst“)

Auch nach einem ungewohnt langen Spaziergang, ausgiebigem Toben und dem Hundesport zittern manche Hunde, wenn sie sich anschliessend ausruhen. Das liegt daran, dass die Muskeln manchmal noch eine Weile brauche, bis sie sich nach der Anspannung wieder entspannen können.

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Aber Achtung: kommt es wiederholt nach Bewegung zum Zittern, kann es auch sein, dass der Vierbeiner überlastet ist und dann sollte die Bewegung etwas zurückgedreht werden.


2. Wie erkenne ich ängstliches Verhalten beim Hund?

Wer kennt es nicht, das Bibbern und Zittern aus Angst.

Ständige Angst bedeutet Stress für den Hund und seinen Körper, was auf Dauer zu weiteren psychischen oder körperlichen Störungen führen kann. Deshalb ist es wichtig, dass du deinen Hund gut beobachtest und erkennst, ob und wann dein Hund Angst und Stress hat. 

Das Zittern bei Angst und Stress ist im Grunde nichts schlimmes und eine normale Reaktion des Körpers. Sollte dein Hund jedoch an einer generalisierten Angst leiden und permanent zittern, dann ist es besser einen Hundetrainer oder Verhaltenstherapeut aufzusuchen. Denn diese Form von Angst und Stress kann nur mit Training vermindert werden. Denn Langzeit Angst und Stress können zu weiteren Krankheiten führen und das Leben deines Hundes stark beeinträchtigen. 

Auch die „antrainierte Angst“ kommt bei einigen Hunden vor. Der Hund zeigt in einer bestimmten Situation Unsicherheit, fängt an zu Zittern und zieht den Schwanz ein. Manchmal kommt es vor, dass Hundebesitzer dieses Verhalten durch starkes trösten, bemitleiden oder gar hochnehmen verstärken und damit aktiv eine Angst beim Hund antrainieren. Wenn dein Hund in einer bestimmten Situation Angst und Stress anzeigt, dann ist es viel besser, Gelassenheit zu bewahren und gut gelaunt und selbstbewusst aufzutreten, denn der Vierbeiner orientiert sich an seinem Besitzer.

Ängstliche Hunde zeigen oft die folgenden Symptome:

  • Angelegte Ohren
  • Knurrende Geräusche
  • Zähne fletschen
  • Kauernde Haltung
  • Zwischen die Beine geklemmte Rute
  • winseln

In sehr schweren Fällen von Angst und Stress können unterstützend auch Medikamente gegeben werden, jedoch nur in Absprache mit dem Tierarzt und Hundetrainer.


3. Was ist rassentypisches Zittern bei Hunden?

Bekannt ist auch das sogenannte „Terrierzittern“. Die verschiedenen Terrierarten, allem voran die Jack-Russell und Parson-Russell-Terrier, zeigen oftmals ein wiederkehrendes Zittern, dies teils auch in der Ruhe.

Als eigentliche Jagdhunde, stehen diese Hunderassen unter „Dauerstrom“, was sich in  Zittern äußern kann. Ebenso gibt es von Seiten der Medizin diverse Erklärungsversuche, wobei man bislang nicht genau weis, woher das ständige Zittern kommt.

Achtung:

Beim Terrier (und auch bei anderen Hunderassen) gibt es auch eine genetische Erbkrankheit, die sogenannte „Ataxie und Myelopathie der Terrier“ oder auch „degenrative Myelopathie“ genannt – dies gilt es zu unterscheiden gegenüber einem „harmlosen Terrierzittern“.

Die Hunde zeigen dabei Störungen in ihrer Koordination und ihren Bewegungsabläufen, es handelt sich um eine mit dem Alter beginnende und fortschreitende Erkrankung.

Auch zittern viele sehr kleine Hunderassen häufig in bestimmten Situationen, meist aus Unsicherheit und/oder Kälte.


4. Mein Hund zittert im Schlaf?

Gemäß dem Motto „Hunde sind auch nur Menschen“ träumen unsere Hunde ebenso wie wir. Dabei kommt es schon mal vor, dass sie am ganzen Körper zittern und Muskelbewegungen zeigen. Die Augen gehen teils auf und zu und sie geben winselnde und jaulende Laute von sich – dies ist alles völlig unbedenklich!

Weck deinen Hund nicht auf, sondern lass ihn in seiner Traumwelt über die Wiese rennen und ihn durch die Schlafphase Entspannung und Erholung finden.


5. Hilft Zittern gegen frieren?

Das Kältezittern dient der Temperaturregulierung des Körpers. Durch das Zittern bewegen sich die Muskeln, welche dadurch Wärme produzieren. Ein völlig normaler, ja sogar Überlebenswichtiger Vorgang der auch bei unseren Hunden stattfindet.

Generell frieren kleine und wenig behaarte Hunde bzw. Hunde ohne starke Unterwolle schneller.

Ein häufiges Beispiel für diese Rassen sind der Chihuahua oder der Rehpinscher.

Friert und zittert euer Hund im Winter häufig, ist der Kauf eines Mantels angebracht. Somit beugt man auch einer „Erkältung“ vor, was beim Hund der sogenannte „Zwingerhusten“ ist. 


6. Ist es normal, dass ältere Hunde zittern?

Viele Tierbesitzer beobachten mit zunehmendem Alter, dass ihr Hund regelmäßig mit den Beinen, vor allem mit den Hinterläufen zittert.

In gewissem Maße ist dies einfach durch den altersbedingten Muskelabbau zu erklären und gehört zum Seniorenleben dazu. In diesen Fällen lohnt es sich manchmal, dem Hund zusätzliche Nahrungsergänzungsmittel zu füttern oder die gesamte Fütterung entsprechend anzupassen.

Dazu hältst du am besten Rücksprache mit deinem Tierarzt oder einem Hundeernährungsberater.

Bei einigen Hunden kann jedoch auch eine Erkrankung Ursache sein, allem voran die Arthrose, eine  fortschreitende Gelenkserkrankung beim Hund, die auch an der Wirbelsäule entstehen kann (Spondylose).

Die Arthrose verursacht teils starke Schmerzen und sollte unter tierärztlicher Kontrolle stehen.


7. Neurologische Krankheiten bei Hunden

I. Epilepsie bei Hunden

Zittern oder Krampfen? Es gibt einen Unterschied.

Selbst wenn Ihr Hund am ganzen Körper stark zittert, ist er in der Regel ansprechbar. Er kann seinen Körper kontrollieren und Augenkontakt mit dir halten.

Das ist bei einem Krampfanfall bzw. epileptischem Anfall nicht möglich. Allerdings gibt es auch Anfälle, die sich nicht auf den ganzen Körper auswirken (sogenannte fokale Anfälle), dabei krampft dann beispielsweise nur ein Augenlid, die Lefze oder ein Teil des Beines.

Auch bei einem einmaligen Krampfanfall, der vielleicht sogar schon vorüber ist, sollte der Tierarzt besucht werden. Nicht immer handelt es sich dabei um Epilepsie.

II. White Dog Shaker Syndrom oder das Schüttel-Syndrom weißer Hunde

Hierbei handelt es sich um eine Erbkrankheit. Wie der Name sagt, kommt diese nur bei weißen Fellträgern vor. Besonders betroffen sind West Highland White Terrier, Pudel und Malteser.

Bei dieser Krankheit zittert der Hund am ganzen Körper und verfällt zunehmend in Orientierungslosigkeit. Besonders markant sind schnelle Augenbewegungen. Es handelt sich hier um eine neurologische Krankheit, die immer noch viele Fragen aufwirft.

Im Unterschied zu einem epileptischen Anfall kann der Hund durch Ansprechen und Ablenken aus dem Zitteranfall herausgeholt werden. Eine Behandlung mit Medikamenten ist möglich, eine Heilung allerdings nicht.

III. Staupe beim Hund

Die Hundestaupe ist eine Viruserkrankung, die mit vielen verschiedenen Symptomen einhergehen kann. Unter anderem können auch neurologische Symptome auftreten, zu denen das Zittern gehört.

Gegen die Hundestaupe existiert ein Impfstoff, der zum Standardprogramm der Impfungen gehört.

IV. Weitere

Es gibt aber auch noch viele andere Gründe und Ursachen für das Zittern bei deinem Hund. Auch Schlaganfälle (eher selten), Hitzschläge (Hund wird bei Wärme im Auto gelassen!), Gehirntraumata oder Hirntumoren können zu Zittern in verschiedenen Ausprägungen führen. Wenn du nicht weißt, warum was die Ursache für das Zittern deines Hundes ist, dann empfiehlt es sich einen Tierarzt aufzusuchen.


8. Weitere Krankheiten beim Hund

I. Niereninsuffizienz/akutes Nierenversagen beim Hund

Starkes Zittern ist hierbei jedoch meist nicht das einzige Symptom.

Weitere Symptome für akutes Nierenversagen sind:

  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Apathie
  • Appetitlosigkeit
  • Koordinationsstörungen bis hin zu nicht mehr aufstehen können
  • verändertes Trinkverhalten
  • vermehrter oder kaum noch Urinabsatz

Achtung! Setzt Ihr Hund plötzlich sehr viel oder nur noch sehr wenig/gar keinen Urin ab und wirkt dabei „krank“, solltest du ihn auf jeden Fall schnellstmöglich zum Tierarzt bringen.

II. Magendrehung beim Hund

Der Magen dreht sich um die Längsachse des Körpers. Dabei zittern die Hunde aufgrund von starken Schmerzen und des Schocks (Schocksymptome des Hundes siehe Punkt 10).

Symptome (häufig Abends und nach dem Fressen) :

  • Würgen
  • „Erbrechen“ von weisslichem Schaum
  • ein stark aufgeblähter Bauch (Trommelbauch)
  • starke Unruhe

Diese Erkrankung tritt bei großen Rassen tendenziell häufiger auf. Sie ist ein lebensbedrohlicher Zustand. Es muss sofort und unverzüglich ein Tierarzt aufgesucht werden.


9. Zittern als Ausdruck von Schmerz

Jede Form von Schmerz kann ein Zittern bei deinem Hund auslösen. Insbesondere starke Schmerzen im Rücken,- oder Bauchbereich führen häufig zum Zittern.

Sollte dein Schützling parallel zu seinem Zittern auch noch an Durchfall, Erbrechen, Fieber, Kraftlosigkeit, Teilnahmslosigkeit (Apathie) oder veränderter Körperhaltung leiden, sollte der Tierarzt aufgesucht werden.

Aber nicht nur Zittern ist ein Hinweis auf Schmerzen. Weitere Zeichen für Schmerzen können unter anderem sein:

  • Atemnot
  • Unruhe
  • Teilnahmslosigkeit
  • Jaulen & Winseln
  • Erhöhter Speichelfluss
  • gebetsartige Stellung bei Bauchschmerzen
  • Aggressivität

Generell ist Schmerz etwas, was sehr subjektiv empfunden wird (sowohl bei Menschen als auch bei Tieren).

Auch das Zeigen von Schmerz ist abhängig von der Persönlichkeit deines Hundes. Du als Hundebesitzer kennst Deinen vierbeinigen Freund am Besten und wirst am ehesten Spüren, wenn etwas mit ihm nicht stimmt und der Gang zum Tierarzt erfolgen sollte.

Auch ständiger oder langanhaltender Juckreiz ist in gewisser Weise eine Form von Schmerz und sollte vom Tierarzt abgeklärt werden.


10. Vergiftung beim Hund (Intoxikation)

Die meisten Hundebesitzer fürchten sich davor, dass ihr Hund sich irgendwann im Leben einmal vergiftet oder er vergiftet wird. In den meisten Verdachtsfällen bestätigt sich dies glücklicherweise nicht, dennoch ist es wichtig, bei jedem Verdacht sofort und unverzüglich den Tierarzt zu kontaktieren.

Idealerweise nehmen Sie das Gift oder den Köder mit in die Praxis, damit der Arzt die Lage richtig einschätzen kann.

Symptome einer Vergiftung können sein:

  • Erbrechen
  • Durchfall
  • erhöhter Speichelfluss
  • Bauchschmerzen (der Hund krümmt sich oder streckt die Vorderbeine aus, um den Bauch zu entlasten – die sogenannte „gebetsartige“ Stellung)
  • Fieber oder Untertemperatur
  • Kreislaufbeschwerden bis hin zu Krampfanfällen
  • Atemnot
  • Unruhe
  • Blut in den Exkrementen, dem Erbrochenen oder punktförmige Blutungen in der Maulschleimhaut des Hundes

Giftige Wildpflanzen, Rattengift, Giftköder, Schneckenkorn aber auch Lebensmittel, welche für Menschen bestimmt sind, können bei den Vierbeinern Vergiftungserscheinungen hervorrufen.

Zu den Lebensmitteln, die dein Liebling auf keinen Fall fressen darf, gehören unter anderem: Weintrauben, Schokolade, Zwiebeln, Süßstoff (Xylit!) und Alkohol.


11. Impfung / Spritzen beim Hund (Injektionen)

Auch berichten manche Tierhalter, dass ihr Hund nach einer Impfung oder Spritze eine Zeit lang gezittert hat. Dies ist normalerweise darauf zurückzuführen, dass der Hund den Tierarztbesuch generell als Stress empfindet und der kurze Schmerz durch die Spritze dies noch verstärkt.

In sehr seltenen Fällen liegt eine allergische Reaktion vor.

Denn bei einer allergischen Reaktion zeigt der Hund Anzeichen eines Schocks, diese sind unter anderem:

  • der Hund ist kaum noch ansprechbar oder Bewusstlos
  • starkes Zittern, taumeln bis hin zum völligen Kollaps (Zusammenbruch)
  • erniedrigte Körpertemperatur
  • flache, schnelle Atmung
  • beschleunigter Puls
  • blasse Schleimhäute

Der Schock ist ein lebensbedrohlicher Zustand, welcher sofort in tierärztliche Behandlung gehört.


12. Zusammenfassung – Wann der Gang zum Tierarzt unvermeidlich ist:

Grundsätzlich sollte bei langanhaltendem und wiederholtem Zittern der Tierarzt aufgesucht werden. Dieses langanhaltende Zittern kann viele Ursachen haben, wie zum Beispiel anhaltende Angst oder Stress, aber auch Krankheiten können der Auslöser sein.

Ebenso wenn der Hund ein verändertes oder komisches Verhalten zeigt oder das Gefühl besteht, dass etwas mit ihm nicht in Ordnung sein könnte (du als Besitzer kennst deinen Liebling am Besten und wirst vielleicht Veränderungen an deinem Hund schneller wahrnehmen als Außenstehende).

Insgesamt ist es wichtig und hilfreich, den Vierbeiner genau zu beobachten: In welchen Situationen tritt das Zittern auf? Hält es an oder ist es nur vorübergehend? Ist dein Hund ansprechbar?

Ein genereller Tipp:

Bei wiederholtem Zittern empfiehlt es sich eine Videoaufnahme zu machen und dies dem Tierarzt zu zeigen. Damit wird eine Diagnose oftmals erleichtert.

Gerade bei Verdacht auf epileptische Anfälle ist dies häufig hilfreich für den Tierarzt.

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Team mammaly
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