Arthrose beim Hund

Arthrose ist den meisten Menschen ein Begriff. Jedoch wissen viele Hundehalter nicht, dass auch Hunde an einer Arthrose erkranken können. Wie du erkennst, ob dein Hund eine Arthrose hat, was die Diagnose bedeutet und was du tun kannst, um die Arthrose und einhergehenden Gelenkschmerzen zu lindern, erfährst du in diesem Artikel. 

INHALTSVERZEICHNIS

  1. Der Bewegungsapparat des Hundes
  2. Wie entsteht Arthrose und welche Formen gibt es?
  3. Wie erkennst du Arthrose bei deinem Hund?
  4. Vorbeugende Maßnahmen bei Arthrose
    1. Adäquate Ernährung
    2. Übergewicht vermeiden
    3. Regelmäßige und angemessene Bewegung
    4. Geeignete Liegefläche
    5. Springen und Stufen laufen
    6. Jährliche Checkups beim Tierarzt
    7. Nahrungszusätze
  5. Hausmittel und Futtermittelzusätze bei Arthrose
    1. Wärme
    2. Aloe Vera
    3. Lein- und Fischöl
    4. Fertige Mischungen
    5. Antioxidantien
    6. Glucosamin
    7. Chondroitinsulfat
    8. Collagen Typ 1
    9. Hyaluronsäure
  6. Tierärztliche Behandlung der Arthrose
    1. Medikamente
    2. Futterberatung
    3. Physiotherapie
    4. Operation
  7. Fazit

1. Der Bewegungsapparat des Hundes

Hunde besitzen eine Vielzahl an Gelenken. Diesen werden durch Muskeln, Sehnen und Bänder unterstützt. Außerdem wird jedes Gelenk von einer Gelenkkapsel umschlossen, die mit Synovia gefüllt ist. So bezeichnet man eine Flüssigkeit, die dafür verantwortlich ist, das Gelenk zu „schmieren“. Die Gelenksknochen sind außerdem noch von Knorpeln überzogen, um sie vor äußeren Einflüssen zu schützen.

Hund ist in Decke eingewickelt

2. Wie entsteht Arthose und welche Formen gibt es?

Die Synovia, also Gelenksflüssigkeit, entsteht nur bei ausreichender Bewegung und bleibt auch nur so erhalten. Durch falsche oder unzureichende Belastung, Verletzungen oder auch Übergewicht kann es also dazu kommen, dass die Gelenksknochen mit sehr viel Reibung aufeinandertreffen. Dieser Prozess ist meist langwierig und sehr schmerzhaft. Ist Arthrose erstmal entstanden, gibt es leider keine Heilung für sie. Wie du deinen Hund dennoch unterstützen und Gelenkschmerzen lindern kannst, findest du im Kapitel 4.

Welche Ursachen gibt es für Arthrose beim Hund?

  • Übergewicht
  • Zu schnelles Wachstum bei Welpen, vor allem bei großen Rassen
  • Unzureichende oder falsche Bewegung, zum Beispiel ausschließlich auf hartem Boden
  • Hohes Alter
  • Unfälle
  • Operationen, vor allem Gelenke betreffend
  • Primäre Arthrose: Sie ist genetisch bedingt und relativ selten. Vor allem große Hunderassen wie der Deutsche Schäferhund, die Deutsche Dogge oder Golden Retriever sind betroffen.
  • Sekundäre Arthrose: Im Gegensatz zur primären Arthrose ist sie sehr häufig und tritt nach verschiedenen Gelenkserkrankungen auf. Dazu gehört Arthritis (akute Entzündung eines Gelenkes) und HD (Hüftdysplasie, auch hier sind große Hunderassen deutlich öfter gefährdet).
  • Seltene Gründe: Gifte, Knochenerkrankungen 

Einige Fachbegriffe:

  • Koxarthrose: Die Arthrose des Hüftgelenks
  • Gonarthrose: Die Arthrose des Kniegelenkes
  • Spondylarthrose: Die Arthrose der Gelenke der Wirbelsäule

3. Wie erkennst du Arthrose bei deinem Hund?

Hund zeigt Zunge und ist gut drauf

Da es wie beschrieben verschiedene Ursachen für Arthrose gibt, lassen sich die Symptome nicht pauschalisieren. Jedoch gibt es einige Anzeichen, die du wahrscheinlich beobachten wirst, falls dein Hund daran leidet.

  • Steifheit der Gelenke nach dem Schlafen oder liegen. Das Humpeln gibt sich aber meistens sobald der Hund sich etwas bewegt hat.
  • Andauernde Steifheit der Gelenke, und starkes Humpeln, meist nur bei schweren Krankheitsverläufen
  • Einseitiger Muskelschwund. Durch ihre Natur neigen Hunde dazu, sich bei Schmerzen anders zu bewegen, anstatt damit aufzuhören und zu rasten. Schmerzt also zum Beispiel der linke Ellbogen deines Hundes, wird er anfangen sein linkes vorderes Bein zu entlasten. Deshalb ist bei Arthrose nach einiger Zeit oft Muskelschwund zu beobachten. Dieser beginnt meist an der betroffenen Stelle, kann sich aber natürlich auf andere Regionen des Körpers ausweiten. 
  • Steifheit der Gelenke bei kalten und/oder nassem Wetter. Wie wir Menschen leiden an Arthrose erkrankte Hunde bei kaltem und nassem Wetter oft an größeren Gelenksschmerzen. Denn durch die erniedrigte Außentemperatur kühlt der Körper ab, und wird vor allem im hohen Alter nicht so schnell wieder durchblutet. So verspannt sich die Muskulatur, was sich natürlich auch auf Gelenke auswirkt und zu Gelenkschmerzen führt.
  • Lahmheit und Bewegungseinschränkung. Arthrose ist vor allem im fortgeschrittenen Stadium sehr schmerzhaft. Wie bereits oben erwähnt reiben die Knochen der Gelenke immer mehr ungeschützt aufeinander. Es ist also gut möglich, dass dein Hund dir dies durch Humpeln, Lahmen oder andere Auffälligkeiten zeigt. Dies passiert jedoch oft erst bei fortgeschrittener Erkrankung und regelmäßigen Gelenkschmerzen.
  • Anzeichen für Schmerzhaftigkeit bei Berührung des betroffenen Gelenks, wie Aufjaulen oder Zittern
  • Geschwollene, warme oder verhärtete Gelenke

4. Vorbeugende Maßnahmen bei Arthrose

Obwohl es einige begünstigende Faktoren für Arthrose gibt, kannst du als Besitzer einige Maßnahmen treffen, um die Erkrankung deines Hundes zu verhindern oder zu verlangsamen.

I. Adäquate Ernährung

Das Futter deines Hundes sollte an sein Alter angepasst werden. In den ersten Lebensmonaten ist ein speziell für Welpen konzipiertes Futter unvermeidlich. Denn nur so bekommt dein Hund die für ihn notwendigen Vitamine und Mineralstoffe für die Wachstumsphase. Genauso verhält es sich bei Senioren, auch ihr Futter sollte auf diesen Abschnitt ihres Lebens abgestimmt sein. Oft befinden sich auch schon Futterzusätze in diesen Produkten, die Arthrose verlangsamen oder verhindern sollen, wie zum Beispiel die Grünlippmuschel.

II. Übergewicht vermeiden

Solltest du merken, dass dein Hund durch seine Gewichtszunahme Probleme bekommt, sprich bitte mit deinem Tierarzt darüber. Schreibe davor am besten genau auf, was dein Hund täglich zu fressen bekommt. Also auch Hundeleckerlis, menschliche Lebensmittel etc. Am besten mit genauer Menge, vor allem bezüglich seines Futters. Notiere vor deinem Besuch vielleicht auch die Nährwertangaben des Futters und der Leckerlis deines Hundes. So kann dein Tierarzt gemeinsam mit dir einen Diätplan erstellen, damit dein Hund schonend und gleichmäßig an Gewicht verliert. Grundsätzlich sollte dein Hund hochwertiges, zuckerfreies Futter zu fressen bekommen. Dies gilt auch für Snacks. Reduziere bitte die Menge an menschlichem Essen (also zum Beispiel Käse oder Wurst) auf ein Minimum. Diese Lebensmittel sind aufgrund ihrer Zusammensetzung oft überhaupt nicht für Hunde geeignet und können zum Beispiel Durchfall und Übergewicht über einen längeren Zeitraum fördern. Im Idealfall sollte dein Hund diese Lebensmittel gar nicht zu sich nehmen, vor allem nicht täglich.

III. Regelmäßige und angemessene Bewegung

Dass Hunde mehrmals täglich bewegt werden müssen, ist wohl jedem Hundebesitzer bewusst. Doch einseitige und zu kurze oder auch zu intensive Bewegung können Arthrose stark fördern. Also versuche, eure gemeinsamen Spaziergänge abwechslungsreich zu halten. Dein Hund sollte nicht nur auf hartem Beton laufen, also versuche mehrmals wöchentlich Zeit für einen Waldspaziergang oder einen Besuch in einem Hundepark zu finden. Falls dein Hund gerne schwimmt, ist dies eine gute Möglichkeit um seine Gelenke zu entlasten und trotzdem seine Muskulatur zu stärken. Achte bitte darauf, besonders die Ohren deines Hundes nach dem Schwimmen zu säubern, da es sonst zu einer Otitis, also Ohrenentzündung, kommen kann.

Hund liegt auf dem Sofa und ist erschöpft

IV. Geeignete Liegefläche

Der Liegeplatz deines Hundes sollte ausreichend gepolstert sein. Außerdem sollte dein Hund auch nicht unbedingt an einem Platz ruhen, an dem er viel Zugluft ausgesetzt ist. Diese beiden Faktoren begünstigen Arthrose ungemein. 

V. Springen und Stufen laufen

Für viele Hundebesitzer ist eine Autofahrt mit ihrem Liebling Routine. Dazu sei gesagt, dass dein Liebling natürlich immer adäquat gesichert werden muss, bevor ihr eure gemeinsame Fahrt beginnt. Lass deinen Hund bitte nicht von selbst ins Auto springen, vor allem wenn er im Kofferraum Platz nimmt. Falls dein Hund sehr groß und damit schwer ist, kannst du dir mit einer Rampe Abhilfe schaffen. Diese erhältst du im Zoofachhandel und Internet. Auch Treppensteigen kann auf Dauer schädlich für die Gelenke deines Hundes sein und somit Arthrose begünstigen. Hast du also die Möglichkeit, benutz mit deinem Hund bitte lieber den Aufzug statt der Treppe, vor allem nach einem langen Spaziergang. Vor allem bei großen Hunderassen sollte man darauf achten, dass ihre Gelenke nicht überlastet werden, besonders im Welpenalter.

VI. Jährliche Checkups beim Tierarzt

Spätestens bei seiner jährlichen Impfung wird dein Tierarzt deinen Hund genau unter die Lupe nehmen. Er kann dir zum Beispiel auch sagen, ob dein Hund Normalgewicht hat. Sollte dir aufgefallen sein, dass dein Hund eines oder mehrere der typischen Anzeichen aufweist, sprich ihn bitte darauf an. Näheres zur tierärztlichen Behandlung der Arthrose findest du im Kapitel 6.

VII. Nahrungszusätze

Hund steht im Sonnenschein und ist Happy

Große Hunderassen oder große Mischlingshunde, sowie Tiere die zum Beispiel durch eine Operation ein höheres Arthrose Risiko besitzen, sollten am besten eine Diät bekommen, der schon Nahrungszusätze beigefügt wurden. Welches die häufigsten Futtermittelzusätze sind, erfährt du im nächsten Abschnitt.


5. Hausmittel und Futtermittelzusätze bei Arthrose

Sollte dein Hund bereits an Arthrose erkrankt sein, wirst du nicht vermeiden können, gemeinsam mit deinem Tierarzt einen Behandlungsplan auszuarbeiten. Jedoch gibt es einige Möglichkeiten, um ihn zu entlasten und die Gelenkschmerzen zu lindern.

I. Wärme

Wärmekissen und Wärmeumschläge sind ein beliebtes Hausmittel bei Schmerzen aller Art. Falls dein Hund ab und zu an Gelenksschmerzen leidet und sich bereits in tierärztlicher Behandlung befindet, solltest du die Linderung mit einem Wärmekissen unterstützen. Speziell für Hunde hergestellte beheizbare Liegekissen sind im Fachhandel erhältlich. Achtung, bei einer akuten Gelenksentzündung darf jedoch keine Wärme angewendet werden! Hier sollte das Gelenk gekühlt werden.

II. Aloe Vera

Die entzündungshemmende Wirkung dieser Pflanze ist weitreichend bekannt. Konsultiere vor der Gabe deinen Tierarzt, denn sie kann auch falsch verabreicht werden. 

III. Lein- und Fischöl

Es enthält viele Omega 3 Fettsäuren und trägt so auch zur Hautgesundheit deines Hundes bei.

Hund an der Leine, bereit für ein Abenteuer

IV. Fertige Mischungen

Es gibt eine Vielzahl an bereits fertig gemischten Präparaten für Hunde mit Gelenk- und Bänderproblemen.

Wir empfehlen Happy Hips Hundeleckerlis für alle Hunde ab einem Alter von 4 Monaten. Denn eine artgerechte und ausgewogene Ernährung sind das A und O. Und umso früher du damit beginnst, desto länger wird dein Doggo davon profitieren. Zudem sorgt es für einen geschmeidigen Hüftschwung bis ins hohe Hundealter, denn die enthaltenen Wirkstoffe (Grünlippmuschel, Lachsöl, etc.) unterstützen Hüfte, Gelenke, Knochen, Muskeln und die Bänder. Probier’s jetzt aus!

V. Antioxidantien

Sie binden freie Radikale im Körper und können so entzündungshemmend sein und Gelenkschmerzen entgegenwirken. Vitamin C, E und das Spurenelement Selen gehören dazu.

VI. Glucosamin

Ein im Körper vorkommender Bestandteil von Knorpeln und Gelenken.

VII. Chondroitinsulfat

Dieses wird aus Grünlippenmuscheln gewonnen und soll zum Schutz des Knorpelgewebes beitragen. Aufgrund seiner Herkunft musst du beim Kauf von Präparaten mit Grünlippenmuschelextrakt darauf achten, dass das Produkt frei von Algentoxinen ist.

VIII. Collagen Typ 1

Es ist ein Bestandteil des Bindegewebes des Körpers. Also kommt es auch in Bändern, Sehnen und Knorpeln deines Hundes vor.

IX. Hyaluronsäure

Sie ist vielen Besitzer als Kosmetikprodukt bekannt, dabei wird sie auch in der Medizin als Behandlung bei Arthrose als Injektion verwendet. Sowie Collagen ist Hyaluronsäure ein Bestandteil des Bindegewebes.


6. Tierärztliche Behandlung der Arthrose

Hund liegt beim Tierarzt und wir behandelt

Dein Tierarzt kann durch Methoden wie Röntgen, Ultraschall und Blutbilder feststellen, ob dein Hund an Arthrose leidet. Sollte die Diagnostik deinen Verdacht bestätigen, gibt einige Schritte und Möglichkeiten, die nun vor dir und deinem Hund liegen.

I. Medikamente

Da sich durch Arthrose eine Arthritis, also eine Entzündung des betroffenen Gelenkes entwickeln kann, wird dein Tierarzt deinem Hund entzündungshemmende Präparate verschreiben. Hinzu kommt die Analgesie, also die Schmerztherapie. Sogenannte NSAIDs gehören zur Standardtherapie bei Gelenkschmerzen und sind sowohl entzündungshemmend als auch schmerzstillend.

II. Futterberatung

Sollte dein Hund an Übergewicht leiden, wird dein Tierarzt mit dir über einen Diätplan sprechen. Außerdem kann er dich bezüglich geeigneter Futtermittel und Nahrungsergänzungsmittel beraten.

III. Physiotherapie

Neben darauf spezialisierten Tierärzten gibt es auch Physiotherapeuten, die sich auf die Heilung von Tieren konzentrieren. Diese verfügen meistens über spezielle Geräte, wie Wasserbecken, um deinem Hund schmerzfreie Bewegung zu ermöglichen. Außerdem kannst du mit einem Physiotherapeuten über Übungen sprechen, die du mit deinem Hund zuhause machen kannst.

IV. Operation

Operative Eingriffe sind eine Option, die nur selten in Betracht gezogen wird. Denn sie sind invasiv und kostenintensiv. Aber vor allem bei großen und jungen Hunden können sie sehr Erfolgs versprechend sein. Diese Eingriffe werden nur von Spezialisten durchgeführt, zum Beispiel werden hier Knochensplitter aus der Gelenkskapsel entfernt oder sogar ein neues Gelenk eingesetzt. Dein Tierarzt kann dich in diesem Punkt beraten und dich gegebenenfalls an eine Klinik oder Universität überweisen. 


7. Fazit

Solltest du vermuten, dass dein Hund Arthrose hat oder sollte er bereits die Diagnose erhalten haben, gib nicht auf. Denn obwohl dieser Symptomkomplex unheilbar ist, kann dein Hund mit der richtigen Behandlung die Gelenkschmerzen deines Hundes lindern, so dass dein Hund ein schmerzarmes oder schmerzfreies Leben führen kann.

Wenn du noch mehr über die Gesundheit der Gelenke und Knochen deines Hundes erfahren möchtest, dann schau dir doch auch unsere anderen Blogs passend zum Thema an! "Die Patellaluxation des Hundes", "Die Hüftgelenksdysplasie des Hundes"

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Team mammaly
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