Darmsanierung beim Hund

Der Magen-Darm-Trakt des Hundes ist ein sehr vielfältiges, aber auch empfindliches Organ. Durch welche Einflüsse der Darm deines Hundes geschädigt werden und wie du ihn mit einer Darmsanierung unterstützen kannst, erfährst du in diesem Artikel.


INHALTSVERZEICHNIS

  1. Der Verdauungstrakt des Hundes
    1. Maul und Speiseröhre
    2. Magen
    3. Dünndarm
    4. Leber
    5. Dickdarm und After
    6. Die Aufgaben des Verdauungstraktes
  2. Wann solltest du eine Darmsanierung in Betracht ziehen?
  3. Welche Möglichkeiten zur Darmsanierung gibt es?
    1. Prä- und Probiotika
    2. Futter 
    3. Darmreinigung
  4. Hausmittel zur Darmsanierung deines Hundes
    1. Probiotika
    2. Natürliche Antibiotika
    3. Bierhefe
    4. Aloe Vera
    5. Kräuter
    6. Öle
    7. Blättermagen
  5. Fazit

1. Der Verdauungstrakt des Hundes 

An der Verdauung des Hundes sind viele Organe beteiligt. Sie erfüllen unterschiedliche Aufgaben und sind Teil eines sehr komplexen Prozesses.

I. Maul und Speiseröhre

Zuerst gelangt das Futter in das Maul deines Hundes, mit Hilfe der Zunge und Zähne. Hunde besitzen 42 Zähne, jedoch benutzen sie diese eigentlich nur zum Halten. Denn sie kauen ihr Futter kaum, sondern schlingen es vielmehr herunter. Über den Rachen wird die Nahrung weiter in die Speiseröhre und schließlich zum Mageneingang transportiert.

II. Magen

Der Magen besteht aus verschiedenen Muskeln und Drüsen. Hier wird das aufgenommene Futter mit dem Magensaft vermischt. Sobald der Mageninhalt eine bestimmte Menge und pH-Wert erreicht hat, öffnet sich der Magenausgang, der sogenannte Pylorus. 

III. Dünndarm

Der Dünndarm besteht aus drei Teilen und ist beim Hund ungefähr zehn Meter lang! Der Nahrungsbrei aus dem Magen gelangt nach und nach in den ersten Abschnitt. Das Futter wird nun langsam weitertransportiert, unter Zugabe von Enzymen aus der Gallenblase und der Bauchspeicheldrüse. Diese werden für den Abbau von Fetten, Eiweißen und Kohlehydraten benötigt. 

IV. Leber

Auch die Leber spielt eine wichtige Rolle in der Verdauung des Hundes. Sie ist für den Abbau von Zucker, Fett und Eiweißen relevant. Außerdem wird der Körper durch sie entgiftet und sie trägt zur Blutbildung bei. Die Leber ist auch für die Speicherung und Produktion einiger Vitamine verantwortlich.

V. Dickdarm und After

Im Dickdarm werden nun weiter Vitamine und Mineralstoffe in den Kreislauf aufgenommen. Vor allem aber wird dem Nahrungsbrei das restliche Wasser entzogen und so der eigentliche Kot geformt. Durch die Füllung des Enddarmes kommt es schließlich zum Kotabsatz durch den After.

VI. Die Aufgaben des Verdauungstraktes

Das Mikrobiom: Dieser Fachbegriff beschreibt eine Gruppe aus Mikroorganismen, in diesem Fall im Verdauungstrakt. 

  • Aufspalten der Nahrung in ihre Bausteine, um diese dann verwerten zu können. Dies geschieht durch die Tätigkeit von Enzymen und Bakterien sowie der Aufnahme der Nährstoffe über die Darmschleimhaut.
  • Produktion von Vitaminen und Aufnahme derselben.
  • Entgiftung des Körpers im Zusammenspiel mit Leber und Niere
  • Detektion von Allergenen und somit Unterbindung von allergischen Reaktionen
  • Der Darm fungiert aber auch als ein Teil des Immunsystems. So macht er pathologische Bakterien, Viren und andere Erreger unschädlich. Über 60 % des Immunsystems sitzt im Verdauungstrakt des Hundes.

Du siehst also, die Darmgesundheit ist für deinen Hund immens wichtig. Denn nur durch sie kann er sein Futter dementsprechend verdauen und die darin enthaltenen Nährstoffe auch wirklich verwerten. Viele Aufgaben des Darmes sind noch nicht klar oder werden noch erforscht, zum Beispiel sagt man ihm nach, dass die Stimmung und geistige Gesundheit bei Menschen beeinflussen kann. Da sich der Verdauungstrakt von Menschen und Hunden sehr ähnlich ist, liegt es nahe, dass es unseren vierbeinigen Lieblingen genauso ergeht.


2. Wann solltest du eine Darmsanierung in Betracht ziehen?

Folgende Geschehen sprechen für eine Darmsanierung bei deinem Hund:

  • Nach der Gabe von Antibiotika
  • Bei Magen-Darm-Erkrankungen
  • Bei Allergien 
  • Bei bakteriellen oder viralen Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes
  • Bei Befall mit Würmern oder Einzellern wie Giardien
  • Bei Immunschwäche
  • Nach Operationen des Magen-Darm-Traktes
  • Bei chronischem Durchfall und/oder Erbrechen
  • Bei hohem Stress wie einem Umzug oder einer langen Reise

3. Welche Möglichkeiten zur Darmsanierung gibt es?

I. Prä- und Probiotika

Präbiotika verstärken „gute“ Bakterien des Verdauungstraktes und optimieren ihr Wachstum. Sie senken den pH-Wert, schützen die Schleimhäute des Darms und können außerdem nur von diesen spezifischen Bakterien aufgenommen werden. Sie werden also nicht einsatzlos verdaut. Beispiele hierfür wären Inulin oder Pektin sowie verschiedene Oligosaccharide.

Probiotika sind hingegen für den Wiederaufbau des Darmes geeignet. Durch die enthaltenen Stämme von lebensfähigen Bakterien stärken sie die Mikroflora. Ein bekanntes Beispiel beim Hund wäre hier Enterococcus faecium. Ein Probiotika Kur sollte nicht länger als 6 Monate andauern, da das Mikrobiom deines Hundes sonst aus dem Gleichgewicht geraten kann. Folgende positive Eigenschaften werden ihnen nachgesagt:

  • Vermeidung von unspezifischem Durchfall
  • Verminderung von Entzündungen des Magen-Darm-Traktes 
  • Stärkung von Darmwand und Immunsystem

Doch was ist eigentlich die Mikroflora, auch Mikrobiom genannt? So bezeichnet man die Gesamtheit der Mikroorganismen auf Häuten und Schleimhäuten. Es befindet sich also neben dem Darm auch noch zum Beispiel auf der äußeren Haut oder im Mund. Der Großteil des Mikrobioms besteht aus Bakterien, es ist essenziell für den geregelten Ablauf aller Stoffwechselvorgänge. Im Falle des Darmes besteht das Mikrobiom vor allem aus Laktobazillen, auch Milchsäurebakterien genannt. 

Am besten sollten Prä- und Probiotika kombiniert werden, um den Verdauungstrakt deines Hundes optimal zu unterstützen.

II. Futter 

Oft ist auch die Fütterung deines Hundes Grund für die Imbalance seines Darmes. Darum solltest du in diesem Fall das von dir erstandene Futter genau unter die Lupe nehmen. Sind zum Beispiel unnötige Zusätze wie Konservierungs- oder Geschmacksstoffe enthalten? Enthält das Produkt Fleisch aus mehreren Quellen? Hat es einen hohen Fettanteil? Dies sind nur Beispiele, am besten lässt du dich von einem spezialisierten Tierarzt oder in einem Zoofachgeschäft beraten. 

Nicht nur während einer Darmsanierung ist hochwertiges Futter sehr wichtig für deinen Hund. Gib ihm bitte nur hochwertiges Futter, mit einer Proteinquelle und ohne Zusatzstoffe und Zucker. 

Wir haben bei der Erstellung der Rezeptur von Lucky Belly darauf geachtet, dass die enthaltenen Zutaten für den Hundemagen besonders bekömmlich sind. Das gilt übrigens für alle unsere Snacks: alle enthalten Prä- & Probiotika, die aktiv zu einem gesunden Verdauungssystem deines Doggos beitragen.

III. Darmreinigung

Eine Darmreinigung kann in einigen Fällen hilfreich sein, wie zum Beispiel nach einer infektiösen Magendarmerkrankung. So werden die Schleimhäute des Darmes entgiftet und die Verdauung deines Hundes kann sich regenerieren. Häufig wird hier eine Kombination aus Zeolith und Flohsamenschalen angewendet. Zeolith ist ein Mineral und bindet Giftstoffe. Flohsamen bestehen nahezu komplett aus Ballaststoffen und können mit Wasser zu einer schleimigen Masse angerührt werden. Achtung: da Zeolith auch Inhaltsstoffe von Medikamenten binden kann, sollte es mindestens eine Stunde danach verabreicht werden!

Da diese beiden Produkte bei zu wenig Wassergabe Verstopfung verursachen können, solltest du die tägliche Dosierung besser auf zwei Rationen aufteilen. 


4. Hausmittel zur Darmsanierung deines Hundes

I. Probiotika

Zum Wiederaufbau der Darmflora sind auch einige Hausmittel gut geeignet. Beispiele hierfür sind Sauerkraut und Joghurt, da sie einen hohen Teil an nützlichen Bakterienkulturen enthalten. Im Fachhandel sind Präparate in Pulverform erhältlich, die sich einfach in das Futter deines Hundes hinzufügen lassen. Du kannst aber auch einen Teelöffel von zuckerfreiem Naturjoghurt in die Ration mischen. 

II. Natürliche Antibiotika

Einigen pflanzlichen Stoffen wird nachgesagt, schädliche Bakterien zu binden oder abzutöten. Beispiele hierfür wäre Curcumin, Oregano oder Thymian. Beachte bitte jedoch, dass dein Hund durch Überdosierung dieser Stoffe erbrechen oder auch Durchfall bekommen kann. Möchtest du deinem Hund ein natürliches Antibiotikum geben, gib ihm am besten ein auf Hunde abgestimmtes Präparat. 

III. Bierhefe

Bierhefe enthält sehr viel Vitamin B, welches für die Verdauung deines Hundes sehr wichtig ist. Außerdem besteht sie zu großen Teilen aus Ballaststoffen, die die Motorik des Darms fördern. Du erhältst sie in Pulverform oder auch als Kapseln.

IV. Aloe Vera

Die heilende Wirkung von Aloe Vera ist weitreichend bekannt. Es wirkt entzündungshemmend, entsäuernd und antibakteriell. Somit ist es ein ideales Mittel, um die Verdauung deines Hundes auf natürliche Weise zu unterstützen. 

V. Kräuter

Wie bereits erwähnt haben Oregano oder Thymian eine antibakterielle Wirkung. Jedoch wird auch Pfefferminze oder Kümmel nachgesagt, positive Effekte auf den Darm deines Hundes zu haben. Am besten lassen sich diese Inhaltsstoffe in Form von Snacks oder Futtermittelzusätzen in die Nahrung deines Hundes einbringen.

VI. Öle

Lein- oder Kokosöl wirken positiv auf die Darmflora. Außerdem sorgen sie für ein schönes Fell und eine gesunde Haut bei deinem Hund. Achte hier jedoch vermehrt auf die Dosierung, da dein Hund sonst unter Steatorrhö, also fettigem Stuhl leiden kann. Je nach Größe deines Tieres sollte die tägliche Dosis einen Teelöffel nicht überschreiten.

VII. Blättermagen

Der Blättermagen, oder auch Omasum genannt, ist einer der drei Vormägen von Wiederkäuern. Er enthält viele Vitamine, Aminosäuren und Magensaft. Er enthält außerdem einen hohen Anteil an Proteinen und ist sehr fettarm. Daher ist er in geringen Mengen auch bereits für Welpen geeignet. Du erhältst ihn im Fachhandel und im Internet. Achte hier bitte auf eine nachhaltige Herkunft, denn dieses Produkt wird nur bedingt verarbeitet verkauft. Aufgrund dieser Tatsache verströmt Blättermagen auch einen intensiven Geruch, den manche Hundebesitzer als störend empfinden können. Also verwahre ihn am besten in einem gut verschlossenen Behältnis auf.


5. Fazit

Der Darm deines Hundes kann durch viele Einflüsse gestört werden. Dabei ist er unheimlich wichtig für sein Wohlbefinden und hat einen großen Einfluss auf den restlichen Körper. Also ist es wichtig, ihn nach einer Erkrankung oder langwierigen Medikamentengabe zu unterstützen. Dazu braucht es Geduld, denn der gewünschte Effekt stellt sich meistens erst nach mehreren Tagen oder Wochen ein. 

Julia Brüner
Julia Brüner
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