Zahnstein beim Hund

Zähne sind für Hunde unverzichtbar. Da sie keine Hände und vor allem keine Daumen besitzen, ist das Maul des Hundes nicht für das Zerreißen von Nahrung, sondern auch für das Halten von Gegenständen zuständig. Zahnstein ist weit verbreitet und kann unter Umständen zu ernsteren Erkrankungen führen. Wie du Zahnstein erkennst und ihn vorbeugst, erfährst du in diesem Artikel!


INHALTSVERZEICHNIS

  1. Das Gebiss des Hundes
  2. Was ist Zahnstein?
  3. Erste Anzeichen für Zahnstein
  4. Folgen von Zahnstein 
  5. Behandlung durch den Tierarzt
  6. Wie kannst du Zahnstein bei deinem Hund verhindern oder verlangsamen?
    1. Futter
    2. Spielzeug
    3. Zähne putzen
  7. Fazit

1. Das Gebiss des Hundes

Hundewelpen werden, wie wir Menschen, ohne Zähne geboren. Ab der dritten Lebenswoche bricht nach und nach das Milchgebiss durch. Dieses besteht aus 28 Zähnen, die Milchzähne sind dabei etwas spitzer als das bleibende Gebiss. Wie bei kleinen Kindern machen also auch Hunde einen Zahnwechsel durch. Du kannst deinen Hund dabei mit speziellem Kauspielzeug unterstützen. Solltest du bemerken, dass dein Hund Probleme beim Zahnwechsel hat, lass dies bitte von deinem Tierarzt begutachten. Zum Beispiel kann es vorkommen, dass der zweite, bleibende Zahn schon vollkommen ausgebrochen ist bevor der dazugehörige Milchzahn ausgefallen ist. Dies löst sich in den meisten Fällen von selbst, muss jedoch manchmal durch eine Zahnextraktion behoben werden.

Das vollständige Gebiss eines erwachsenen Hundes besteht aus 42 Zähnen. Diese lassen sich in Schneidezähne (Incisivi), Fangzähne (Canini), vordere (Prämolare) und hintere (Molare) Backenzähne unterteilen.


2. Was ist Zahnstein?

Da Hunde leider nicht sprechen können, merken wir oft nicht, dass sie Schmerzen haben. Ein erstes Anzeichen für Zahnschmerzen kann sein, dass dein Hund sich nicht mehr so gerne am Kopf anfassen lässt und deiner Hand ausweicht. Außerdem wirst du wahrscheinlich bemerken, dass dein Hund übel riechenden Atem hat. Mehr zum Thema Mundgeruch beim Hund findest du hier!

Hund zeigt Zähne im Auto

Doch wie kommt es überhaupt zu Zahnstein? Hierbei lässt sich sagen, dass kleinere Hunde öfters betroffen sind als große. Denn zwischen ihren Zähnen ist oft weniger Platz als bei größeren Artgenossen. Bei ihnen sammeln sich also leichter Bakterien und Speisereste, sogenannte Plaques, in den Zahnzwischenräumen. An diesen Plaques sammeln sich Calcium und Phosphor, das eigentlich zum Schutz der Zähne dient und lässt sie somit mineralisieren. Wenn diese nicht durch trinken oder regelmäßige Reinigung entfernt werden, kommt es zu Zahnstein.

Folgende Faktoren spielen bei der Entstehung von Zahnstein eine Rolle:

  • Alter des Hundes
  • Rasse des Hundes
  • Individuelle Speichelzusammensetzung, also Calcium-Phosphor-Verhältnis
  • Keimflora im Maul
  • Beschaffenheit der Zähne

Auch die Fütterung deines Hundes spielt eine große Rolle bei der Prävention von Zahnstein. Mehr Informationen dazu findest im 6 Kapitel.


3. Erste Anzeichen für Zahnstein

Neben dem bereits erwähnten schlechten Atem und eventuelle Empfindlichkeit am Kopf sind braun-graue Verfärbungen die ersten sichtbaren Anzeichen für Zahnstein. Diese beginnen meistens am Übergang zum Zahnfleisch und werden, wenn sie unbehandelt bleiben, später zu Auflagerungen. Diese Verfärbungen beginnen meistens an einzelnen Zähnen und breiten sich binnen Monaten über das restliche Gebiss aus. Nach und nach entzündet sich durch die Überpopulation an Bakterien auch das Zahnfleisch. Dieses wird zunehmend roter, zieht sich nach und nach zurück und kann auch zu bluten beginnen.

Hund hat Zahnstein

4. Folgen von Zahnstein

Die Folgen von Zahnstein betreffen nicht nur die Maulhöhle, sondern können auch schwerwiegende Folgen für andere Organe haben! Denn die Bakterien, die sich im Maul deines Hundes sammeln, können durch Blut und Lymphe in andere Teile seines Körpers gelangen und so schwere Schäden anrichten. Du siehst also, mit Zahnstein ist nicht zu spaßen!

Mögliche Folgeerkrankungen der Maulhöhle durch Zahnstein:

  • Zahnfleischentzündung, sogenannte Gingivitis
  • Zahnfachentzündung, sogenannte Paradontitis
  • Infektionen des Kieferknochens
  • Eiteransammlungen, sogenannte Abszesse im Wurzel- und Kieferknochenbereich
  • Zahnverlust, durch Wurzelschäden oder Extraktion durch den Tierarzt
Zahnstein beim Hund

Mögliche Folgeerkrankungen anderer Organe durch Zahnstein:

  • Lebererkrankungen
  • Nierenerkrankungen
  • Herzerkrankungen, insbesondere Endokarditis, eine Entzündung des Herzens

Grundsätzlich sind hier ältere oder bereits vorerkrankte Tiere gefährdeter als gesunde Hunde. Jedoch kann jeder Hund Opfer einer solchen Krankheit werden!


5. Behandlung durch den Tierarzt

Die Behandlung des Zahnsteines durch den Tierarzt passt sich dem Schweregrad der Erkrankung deines Hundes an. Grundsätzlich sei aber gesagt, dass dein Hund hierfür in eine leichte Vollnarkose versetzt werden muss. Dein Tierarzt wird die benötigten Voruntersuchungen treffen, um sicherzustellen, dass dein Tier gesund genug ist, um narkotisiert zu werden. Die Instrumente, die ein Tierarzt benutzt, um die Zähne deines Hundes zu sanieren, sind denen eines Zahnarztes sehr ähnlich. Das wichtigste hierbei ist ein sogenannter Scaler. Er ist mit einem Kristall ausgestattet, der in Ultraschallfrequenzen schwingt. Diese Schwingungen übertragen sich auf die gekrümmte Spitze. Mit dieser Spitze kann der Tierarzt die Ablagerungen auf den Zähnen deines Hundes entfernen. Außerdem wird er damit auch unter das Zahnfleisch deines Hundes gleiten, denn dort sitzen besonders viele Bakterien. Damit die Spitze des Scalers nicht zu heiß wird, ist das Gerät mit einem Wassertank verbunden und wird so gekühlt. Sollten keine Zähne gezogen werden müssen, poliert dein Tierarzt anschließend die Zähne deines Hundes. So wird deren Oberfläche geglättet und der Neubildung von Zahnstein entgegengewirkt.


6. Wie kannst du Zahnstein bei deinem Hund verhindern oder verlangsamen?

Auch wenn dein Tierarzt es noch nicht für nötig hält, den Zahnstein deines Hundes selbst zu entfernen, kannst du einige Vorkehrungen treffen.

I. Futter

Solltest du deinen Hund überwiegend mit Nassfutter füttern, stell am besten auf Trockenfutter um, falls er zu Zahnsteinbildung neigt. Sollte dies aus medizinischen oder anderen Gründen nicht möglich sein, versuch ihm trotzdem ab und zu härtere Nahrung zu verabreichen. Ersetze entweder Mahlzeiten durch Trockenfutter oder gib deinem Hund spezielle Snacks. Diese enthalten oft Stoffe, die Calcium und Phosphor binden und so die Mineralisierung des Zahnsteines verlangsamen.

Fresh Smile: Dieser Snack ist einer unserer Favoriten! Wir wissen, wie wichtig eine gesunde Mundflora und gesunde Zähne sind. Deshalb haben wir nur die besten Zutaten verwendet: TSPP (Tetra Sodium Pyrophosphate) als hilfreiches Mittel bei Zahnstein, sowie Selen und Zink für die Stärke von innen. Probier’s jetzt aus!

II. Spielzeug

Um deinem Hund rund um die Uhr zu ermöglichen, seine Zähne selbst zu reinigen, ist Spielzug die beste Wahl. Hierbei gibt es sehr viele Auswahlmöglichkeiten. Ist dein Hund eher aktiv und bindet dich in sein Spielverhalten mit ein, ist vielleicht ein geflochtenes Kauseil die richtige Alternative. Wichtig ist, dass dieses speziell für Hunde angefertigt wurde und sich nicht in seine Einzelteile auflöst. Denn verschluckte Fäden können dem Verdauungstrakt deines Hundes großen Schaden zufügen. Liegt dein Hund eher gerne in seinem Körbchen und möchte dabei auf etwas herumkauen, ist vielleicht Hirschgeweih oder Kaffeeholz eine gute Alternative. Lass dich doch einfach in einem Zoofachgeschäft beraten. Nimm deinen Hund am besten mit, so weißt du gleich ob das ausgewählte Spielzeug auch wirklich interessant findet. Vergiss bitte nicht, die Näpfe und das Spielzeug regelmäßig schonend zu reinigen. Denn auch so kannst du Zahnsteinbildung verlangsamen.

III. Zähne Putzen

Genauso wie wir Menschen ist die beste Prävention für Zahnstein Zähne putzen. Spätestens nach einer medizinischen Zahnreinigung wird dein Tierarzt dich hierüber aufklären. Wichtig dabei ist, dass du für deinen Hund auf keinen Fall eine Zahnpasta für Menschen benutzen darfst. Denn gewisse enthaltene Inhaltsstoffe können dem Verdauungstrakt deines Hundes großen Schaden zufügen, außerdem wird er den Geschmack nicht besonders gut annehmen. Hierfür gibt es speziell für Tiere hergestellte Zahnpasta, die nach Hähnchen schmeckt und auf die Bakterienflora deines Hundes abgestimmt ist.

Hund liegt auf dem Boden

Folgende Geräte sind, zusammen mit Hundezahnpasta, für die Reinigung geeignet:

  • Fingerlinge, aus weichem Silikon
  • Hundezahnbürsten, im Zoofachhandel und bei deinem Tierarzt erhältlich
  • Kinderzahnbürsten, mit besonders weichen Borsten
  • Ultraschallzahnbürsten für Kinder oder Hunde (Diese werden jedoch nicht immer akzeptiert und sollten erst angeschafft werden, wenn dein Hund eine manuelle Zahnbürste schon kennt)

Du wirst deinen Hund in jedem Fall erst an das Zähneputzen gewöhnen müssen. Denn vor allem wenn er Schmerzen im Maulbereich hat, wird er erst durch Training akzeptieren, dass du seine Zähne reinigst. Fang am besten damit an, ihm einfach nur eine kleine Menge Zahnpasta auf die Zähne zu schmieren. So kann er sich an den Geschmack gewöhnen. Bestenfalls solltest du die Zähne deines Hundes 2-3 mal wöchentlich putzen. Mehr Informationen zum Thema Zähne putzen findest du hier.


7. Fazit

Je nachdem ob dein Hund vermehrt zu Zahnstein neigt oder nicht, wirst du früher oder später handeln müssen. Behalte deinen Hund im Auge und trainiere mit ihm das Anfassen seines Maules. Mit der richtigen Routine bekommt ihr beide das Problem sicher in den Griff!