Schuppen beim Hund

Wenn dein Hund Schuppen hat, sich ständig kratzt und Haarausfall hat, dann fragst du dich bestimmt, was du dagegen unternehmen kannst und ob du einen Tierarzt besuchen solltest.

In diesem Artikel erklären wir dir nicht nur mögliche Ursachen für Schuppen beim Hund, Juckreiz und Haarausfall, sondern auch welche Hausmittel gegen Schuppen helfen. Weiterhin stellen wir dir eine Checkliste zur Verfügung, mit der du herausfinden kannst, wann du besser zum Tierarzt gehen solltest. 

In der Humanmedizin wird nicht umsonst gesagt, dass die Haut „der Spiegel der Gesundheit“ ist – daher sollte auch bei unseren Hunden darauf geachtet werden, dass der Haut,- und Fellgesundheit grundsätzlich viel  Beachtung geschenkt wird.


INHALTSVERZEICHNIS 

  1. Was sind Schuppen?
  2. Ursachen für übermäßige Schuppenbildung
    1. Alter
    2. trockene Heizungsluft/Raumklima
    3. Fellwechsel
    4. psychische Ursachen
    5. übertriebene Fellpflege
    6. verstärkte Talgproduktion
    7. Kastration
    8. Organerkrankungen
    9. Parasitenbefall
    10. Hauterkrankungen
  3. Beeinflussung der Haut über die Ernährung
  4. Tipps und Tricks zur weiteren Hautpflege
  5. Wann sollte ich lieber zum Tierarzt gehen?
  6. Fazit

1. Was sind Schuppen (Fachbegriff: Squama) und wie entstehen sie?

Das verstärkte Schuppen der Haut beim Hund ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom, welches einer anderen Ursache zu Grunde liegt.

Schuppen entstehen durch das Abstoßen von abgestorbenen Hautzellen der obersten Hautschicht (Korneozyten).

In gewissem Maße ist dies ein natürlicher (physiologischer) Vorgang, denn die Zellen der Haut unterliegen einer ständigen Erneuerung. Deshalb sind vereinzelte Schuppen bei deinem Hund auch nicht immer gleich ein gesundheitliches Problem.

Erst bei verstärkter Schuppenbildung fallen diese uns dann ins Auge. Schuppen beim Hund sehen aus wie weisse Punkte oder Flocken und liegen entweder auf der Haut auf oder hängen im Fell.

Erscheinen diese eher gelblich, so entstehen sie nicht wie oftmals durch trockene Haut sondern durch erhöhte Talgproduktion der Haut (jeder Haarwurzel liegt eine Talgdrüse an).


2. Welche Ursachen für starken Schuppenbefall gibt es beim Hund?

I. Alter

Viele ältere Hunde sind anfälliger für vermehrte Schuppenbildung.

Ebenso leiden viele Welpen unter schuppender Haut.

→ Sie haben im Vergleich zu einem ausgewachsenen Hund einen höheren Nährstoffbedarf und befinden sich im Wachstum. In gewissem Maße ist dieser „Welpenschorf“ normal, die unten genannten Fütterungs,- und Pflegetipps helfen hier sowohl bei Jung als auch Alt häufig sehr gut.

II. Trockene Heizungsluft

Durch Heizungsluft in den Wintermonaten trocknet bei manchen Vierbeinern die Haut aus. In diesen Fällen kann ein Luftbefeuchter oder das Aufstellen von Wasserschüsseln helfen.

Ebenso kannst Du Deinem Hund einen zusätzlichen, von der Heizung entfernteren Platz anbieten.

→ Spätestens, wenn die Austrocknung Juckreiz hervorruft und dein Hund sich ständig kratzt, muss sich an der Raumluft etwas ändern.

Das saisonale Auftreten von Schuppen ist bei manchen Hunde als normal anzusehen, die genannten Pflegetipps helfen euch gut, durch diese Zeit zu kommen.

III. Fellwechsel

Im Frühjahr und Herbst durchlaufen viele Hunde den Fellwechsel. Die Haut hat in dieser Zeit einen erhöhten Nähstoffbedarf und bei einigen Vierbeiner kommt es zu vermehrter Schuppenbildung.

Ausführliches zum Thema Fellwechsel und dem damit verbundenen Haarausfall beim Hund findest du in diesem Artikel; Haarausfall beim Hund.

IV. Psychische Ursachen oder Unwohlsein

Manche Hunde, die unter starkem Stress oder Angst leiden, zeigen vermehrten Juckreiz und Haarausfall. Der Hund kratzt sich ständig, wodurch die Haut gereizt wird und vermehrt Schuppen bildet.

Besonders wenn dein Hund sich ständig kratzt und dadurch Verletzungen zufügt, solltest du die Hilfe eines Verhaltenstherapeuten in Anspruch nehmen. 

Ebenso bilden manche Hunde wie verrückt Schuppen oder haben vermehrten Haarausfall, wenn sie sich stark aufregen. Lässt die Aufregung nach, so verschwinden auch die Schuppen wieder.

Manche Hunde mögen auch ihr Halsband oder Brustgeschirr nicht (Material, unangenehmer Sitz, Giftstoffe etc.) und versuchen so, das unangenehme Gefühl durch Kratzen zu beseitigen.

Es kann versucht werden, an der Größeneinstellung etwas zu ändern oder einen Umstieg auf ein anders Modell auszuprobieren.

V. Übertriebene Fellpflege

Gerade zu häufiges Baden trocknet die Hundehaut aus – es entstehen vermehrt Schuppen und Juckreiz, den der Hund durch ständiges kratzen versucht zu lindern.

Ein Hund sollte so selten wie möglich bzw. nur so oft wie nötig gebadet werden, denn ansonsten verliert die Haut entweder die rückfettenden Eigenschaften oder fettet erst recht verstärkt (übermäßige Talgproduktion).

VI. Verstärkte Talgproduktion

Durch eine erhöhte Produktion von Talg durch die Talgdrüsen können gelbliche, klebrige Schuppen entstehen.

Hier kann ein spezielles Hundeshampoo vom Tierarzt helfen –  der Vierbeiner sollte damit nach Anweisung des Tierarztes gebadet werden (und nicht mehr).

Fazit: Bei Schuppenbildung den Hund vermehrt mit einem herkömmlichen Shampoo zu baden, bringt langfristig nichts und verschlimmert den Schuppenbefall sogar teils noch!

VII. Kastration

Durch die Kastration kann sich sowohl bei der Hündin als auch beim Rüden das Fellkleid ändern. Durch die hormonelle Umstellung kann es in manchen Fällen zu vermehrter Schuppenbildung kommen, ebenso bekommen manche Vierbeiner ein sogenanntes „Welpenfell“ – dieses ist dünner und flauschiger, teils kommt vermehrtes Haaren hinzu.

VIII. Stoffwechselstörungen und Organerkrankungen

Die meisten Organerkrankungen können mit vielen verschiedenen Symptomen einhergehen.

So kann beispielsweise auch eine Leber,-/Nieren,- oder Schilddrüsenerkrankung mit erhöhter Schuppenbildung und/oder Haarausfall einhergehen, da diese Organe den gesamten Stoffwechsel mit beeinflussen.

IX. Parasitenbefall

Hautparasiten wie Flöhe oder manche Milbenarten werden für den Besitzer manchmal in Form von verstärkter Schuppenbildung wahrgenommen.

Flöhe führen grundsätzlich zu starkem Juckreiz, bei den Milben ist es abhängig von der Art und Stärke des Befalls.

Weiße Punkte im Fell deuten oft auf Milbenbefall hin. In diesem Falle kann Dein Tierarzt, wenn der Befall nicht eindeutig ist, ein paar Haare und die weißen Punkte unter dem Mikroskop genauer anschauen. Er wird dir dann ein entsprechend wirksames Präparat (Spot-On, Tabletten, und/oder Shampoo) verschreiben.

→ Vor allem die Raubmilben (Cheyletiellen) sind dafür verantwortlich, dass sich die Haut schuppt, was zusätzlich zu Juckreiz und Haarausfall führen kann. Diese sind bei starkem Befall teils als „wandernde Schuppen“ erkennbar.

Auch eine festsitzende Zecke oder ein Insektenstich kann zu Juckreiz führen, so dass durch das Kratzen an dieser Stelle lokal mehr Schuppen auftreten können.

X. Hauterkrankungen

Jegliche Hauterkrankungen, die mit einer Veränderung des Hautbildes einhergehen, können zu vermehrter Schuppenbildung führen. Dazu zählen neben den Parasiten beispielsweise auch Hautpilze.

Bei jeglichem Verdacht auf eine Erkrankung der Haut sollte eine gründliche Untersuchung durch einen Tierarzt erfolgen – eine frühzeitige Behandlung verhindert Folgeschäden wie beispielsweise eine Veränderung der Hautstruktur oder infizierte Wunden durch starkes Kratzen.


3. Ernährung

Eine sehr große Rolle für das Hautbild spielt auch die Ernährung, weshalb diese in diesem Extra-Kapitel thematisiert wird.

Grundsätzlich ist dazu zu sagen, dass nicht jedes Futter für jeden Hund geeignet ist.

→ Viele Hundebesitzer müssen oftmals eine Weile herumprobieren, welche Sorte von ihrem Hund am Besten vertragen wird (vielleicht fühlst auch Du Dich gerade angesprochen?).

Oftmals entstehen Schuppen beim Hund, durch falsche Ernährung, die auch Ursache für trockene und teils juckende Haut ist. Wichtig zu erwähnen ist dabei auch, dass diese nicht immer zeitgleich zu einer Fehlernährung entstehen, sondern häufig erst nach Wochen bis Monaten auftreten!

→ eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist die wichtigste Grundlage für die (Haut)-Gesundheit unserer Vierbeiner 

Futterwechsel

Wird das gewohnte Futter gewechselt, treten bei manchen Hunden vermehrte Schuppen auf – dies deutet auf eine gewisse Unverträglichkeit und/oder Nährstoffmangel hin. Entweder wechselt Du wieder zu dem alten Futter oder probierst noch ein anderes aus.

Handelt es sich um eine Spezialdiät, so halte mit Deinem Tierarzt Rücksprache über die zusätzliche Gabe von Ölen und Bierhefe (s.u.).

Futtermittelallergien

Viele Hunde leiden heutzutage unter Futtermittelallergien und Unverträglichkeiten. Diese äußern sich neben Verdauungsproblemen auch sehr häufig über die Haut, wie zum Beispiel Schuppen, Haarausfall oder Juckreiz.

→ Entzündungen der Haut und des Ohres sind die Folge.

Ebenso fördert eine Fehlernährung auch die Entstehung von Allergien, welche sich über die Haut äußern können. Eine große Rolle spielen dabei die Omega-3 und 6-Fettsäuren, zu denen ich weiter unten kommen werde.

Die atopische Dermatitis des Hundes ist die verstärkte Neigung zu allergischen Reaktionen der Haut, die Ursachen dafür sind vielfältig. Eine Veränderung der Hautstruktur kann hinweisend sein.

Falsche Ernährung/Nährstoffmangel

Bekommt ein Vierbeiner nur einseitige Kost oder falsches Futter, so kann dies auf Dauer zu Mangelerscheinungen führen. Die Haut ist ein großes Stoffwechselorgan und benötigt für sich und das Fellwachstum eine Menge Nährstoffe. Fehlen diese, wir die Haut krank und der Vierbeiner anfälliger für weitere (Haut)erkrankungen.

Wichtige Nährstoffe für Haut und Fell:

  • Proteine (Aufbau der Hautzellen sowie Keratin als Hauptbestandteil des Fells)
  • ungesättigte Fettsäuren

→ wichtig dabei vor allem Omega-6-Fettsäuren und Omega-3-Fettsäuren, da diese eine wichtige Rolle bei der Entzündungsregulation im Körper spielen. Viele können vom Körper nicht selbst hergestellt werden und müssen über die Nahrung zugefügt werden.

  • Biotin und B-Vitamine
  • Vitamine A, C und D
  • Mineralstoffe wie Calcium, Kupfer, Selen, Schwefel und Zink

Eine zu getreidelastige Ernährung (wird vor allen in billigen oder qualitativ minderwertigen Hundefuttern gerne als günstiger Füllstoff und Sattmacher eingesetzt) kann auch Mangelerscheinungen hervorrufen.

Was kann ich im Sinne der Ernährung für meinen Vierbeiner tun?

Grundsätzlicher Tipp zur 1.Hilfe gegen trockene/schuppige Haut:

  1. 1 Tl Öl/10 Kg Körpergewicht zur Nahrung hinzufügen (täglich).

Das Beste Öl ist Fisch,-/Hanf-/Nachtkerzen- oder Leinöl.

Als günstigere Variante kann auch Distelöl probiert werden, oder Du gibst abwechselnd verschiedene. Lebertran für Hunde ist auch ein wirkungsvolles Fett, welches eingesetzt werden kann.

Die Öle sollten kaltgepresst und nicht raffiniert sein, vorzugsweise in Bio-Qualität.

  • Bierhefe liefert wertvolle Mineralstoffe, vor allem für den Vitamin-B- und Biotin-Haushalt

weiteres:

  • achte generell auf eine hochqualitative Nahrung (teuer ist nicht immer gut!)
  • beim BARFen am Besten die Rationen von einem Fachmann durchschauen lassen. Ebenso gibt es auf dem Markt eine Menge guter Ergänzungsfuttermittel (z.B. in Pulverform), die zusätzlich gegeben werden können
  • bei Futterumstellung auf eigene Faust eines mit einem geringen bis mäßigen Getreideanteil füttern
Wenn du die Hautgesundheit deines Hundes unterstützen willst, dann kannst du auch Shiny Hair Hundeleckerlis von mammaly ausprobieren. Denn Shiny Hair wurde zusammen mit Tierärzten entwickelt und verwendet nur natürliche Inhaltsstoffe, die deinen Hund von Innen heraus unterstützen ein gesundes Fell und gesunde Haut aufzubauen. 

    4. Was kann ich noch für die Hautgesundheit meines Vierbeiners tun?

    Neben der erwähnten Beeinflussung durch die Ernährung und der Raumluft ist es ratsam, folgendes regelmäßig zu tun:

    • kontrolliere die Haut Deines Vierbeiners. Gerade bei hellem Fell fallen Schuppen oder Parasiten nicht so schnell auf
    • Fellpflege – ganz wichtig!

    das Kämmen und Bürsten fördert die Hautdurchblutung und regt somit den Hautstoffwechsel an. Gleichzeitig werden Schmutz, Unterwolle und abgestorbene Hautpartikel effektiv entfernt, so dass mehr Luft an die Haut kommen kann.

    Streicheln des Hundes ist übrigens auch ein Teil der Fellpflege und verstärkt sowohl das Wohlbefinden als auch die Bindung zwischen Dir und Deinem Vierbeiner

    → es befinden sich eine Menge verschiedener Kämme und Bürsten auf dem Markt. Welche die Richtige für Deinen Vierbeiner ist, findest Du durch Probieren heraus – ebenso kannst Du Dich bei anderen Hundebesitzern, im Internet und im Fachhandel über empfehlenswerte Bürsten informieren.

    • das Bürsten und/oder Einreiben des Fells und der Haut mit Nachtkerzenöl hilft häufig super gegen trockene, schuppige Haut. In der Humanmedizin wird dieses gerne bei Neurodermitis eingesetzt.
    • Andere Besitzer haben gute Erfahrungen mit dem Einreiben von Apfelessig gemacht – ein altbewährtes Hausmittel mit unglaublich vielen positiven Eigenschaften. Nimmt Dein Hund diesen durch Ablecken auf, so stellt es kein Problem dar – im Gegenteil, die Zufuhr von Apfelessig ist für Mensch und Hund sehr gesund und 1Tl täglich davon ist empfehlenswert!

    Wichtig: Unbedingt den naturtrüben Apfelessig aus dem Bioladen oder dem Reformhaus verwenden


    5. Wann sollte ich meinen Vierbeiner beim Tierarzt vorstellen?

    Diese Übersicht hilft Dir, Dich für den Gang zum Tierarzt zu entscheiden:

    • Unsicherheit, ob es sich um Schuppen oder Parasiten handelt
    • wenn die genannten Hausmittel nicht helfen
    • bei plötzlicher starker Schuppenbildung – hier sollten auch die Organwerte gecheckt werden
    • deutliche Veränderung des Hautgeruchs
    • wenn die Schuppenbildung mit Juckreiz einhergeht
    • wenn das Fell zudem glanzlos und stumpf wirkt
    • generell bei allen unklaren Hautveränderungen
    • wenn Dein Vierbeiner zusätzlich einen schlappen oder kranken Eindruck macht
    • bei Verdacht, dass Dein Vierbeiner eine Ernährungsumstellung benötigt. Es gibt auch auf Ernährung spezialisierte Fachtierärzte sowie spezielle Hundeernährungsberater (hier sollte auf die Qualität der Ausbildung bzw. Empfehlungen geachtet werden, da dies weder ein  geschützter Begriff noch eine staatlich anerkannte Ausbildung ist).

    Je nach Allgemeinzustand Deines Hundes wird der Tierarzt entsprechende Untersuchungen einleiten oder mit Dir einen geeigneten Futterwechsel besprechen.

    Bei Verdacht auf eine Futtermittelallergie muss Dein Vierbeiner eine sogenannte „Eliminationsdiät“ oder auch „Ausschlussdiät“ einhalten.

    → Dabei wird zunächst nur 1 Protein,- und Kohlenhydratquelle gefüttert (über 6-8 Wochen!).

    Erst danach werden in einzelnen Schritten weitere Futterkomponenten hinzugefügt.

    Sollte dies bei Deinem Vierbeiner nötig sein, wird er Dir die Einhaltung der Diät ausführlich erklären, denn Dein Hund darf in dieser Zeit nichts, aber auch gar nichts anderes Fressen.


    6. Fazit

    Wenn dein Hund sich ständig kratzt, starken Juckreiz hat, Haarausfall und Schuppen, solltest du auch immer einen Blick auf die Ernährung deines Hundes werfen. Denn häufig kannst du mit der richtigen Ernährung auch ein gesundes Fell und schöne Haut bei deinem Hund unterstützen.

    Wenn dein Hund aber gesundheitliche Probleme hat, dann solltest du unbedingt einen Tierarzt um Rat bitten. 

    Julia Brüner
    Julia Brüner
    mehr über den Autor