Husten beim Hund

Das ein Hund mal hustet ist eigentlich etwas ganz normales. Nicht immer muss es sich beim Husten um eine Erkältung deines Hundes handeln. Denn Husten kann viele verschiedene Ursachen haben.

Zum Beispiel ist es so, dass wenn dein Hund einmal kurz und kräftig hustet, dann hatte er vermutlich etwas Störendes im Hals, wovon er sich nun selbst befreit hat.

Was aber, wenn ein Hund über längere Zeit hustet, sich richtige Husten-Attacken entwickeln und  wir teilweise sogar um unseren Schlaf gebracht werden? Und wieso hustet ein Hund vermehrt Abends und Nachts?

Mögliche Ursachen neben der klassischen „Erkältung“ sowie Antworten zum Thema Husten beim Hund werden in diesem Artikel ausführlich erläutert.

Ein Extra-Abschnitt zum Thema „Wann kann Husten auf einen Notfall hindeuten“ befindet sich am Ende des Artikels.


INHALTSVERZEICHNIS 

  1. Husten- was und warum?
  2. Ursachen für Husten – nicht-krankheitsbedingte Gründe
    1. Atemwegsreizung/schlechte Luftqualität
    2. Fremdkörper
    3. hastiges Fressen
    4. Zug an der Leine
    5. Aufregung
    6. Rückwärtshusten
  3. Ursachen für Husten – krankheitsbedingte Gründe
    1. Mandelentzündung/Zwingerhusten
    2. Bronchitis/Lungenentzündung
    3. Lungenwürmer
    4. Lungenemphysem
    5. rassetypische Erkrankungen
    6. Herzerkrankungen/Lungenödem
    7. Herzparasiten
    8. Magendrehung
    9. Allergien
    10. Tumore, Lymphknoten etc.
    11. Blutungen/Gerinnungsstörungen
    12. Unfall
    13. anatomische Ursachen
    14. Kurzköpfigkeit (Brachycephalie)
  4. Diagnostik
  5. Therapie
  6. Vorbeugung/Prophylaxe
  7. Tierarzt
  8. Wann handelt es sich um einen Notfall
  9. Fazit

1. Was ist Husten beim Hund und welche Funktion hat er?

Husten beschreibt zunächst lediglich ein Symptom und wird des Öfteren auch mit Würgen verwechselt (beim Hund geht auch gerne mal beides ineinander über).

Dem Husten liegt entweder eine Erkrankung zu Grunde oder es handelt sich um einen Schutzreflex, bei dem der Körper etwas loswerden möchte bzw. wird husten ausgelöst, wenn die Atemwege gereizt werden.

Ohne diese Möglichkeit des reflexartigen Abhustens könnten unsere Hunde schon an kleinsten Verschluckungen ersticken.

Es wird zwischen akutem und chronischem (= dauerhaftem, seit längerem bestehenden) Husten unterschieden, bei dem chronischen Husten können verschiedenste Ursachen zu Grunde liegen.

Husten beim Hund ist nicht immer eindeutig abzugrenzen zum Würgen bzw. dem Versuch, zu erbrechen.

Bei einer Magendrehung zum Beispiel spricht man vom „unproduktiven Erbrechen“, was sich aber für den Besitzer häufig wie eine Mischung aus Würgen und Husten äußert. Beim Zwingerhusten hingegen hustet der Vierbeiner trocken und röchelt häufig auf Grund der Entzündung der Luftröhre.

Es wird der trockene (= unproduktive) von dem feuchten (= produktiven, sprich, es wird vermehrt Sekret produziert) Husten unterschieden, wobei der trockene sich sehr rau anhört und beispielsweise mit einer Heiserkeit einhergehen kann (Hund bellt heiser).

Oftmals ist trockener Husten sehr schmerzhaft und führt zu immer stärkerer Reizung der Atemwege (Reizhusten).

Feuchter Husten geht mit viel Schleimproduktion einher, welcher teilweise mit abgehustet wird. Dieser ist meist nicht so schmerzhaft im Atemtrakt, da dabei die Luftröhre zumindest durch eine Schleimschicht geschützt ist.

→ Der Auswurf beim Abhusten sollte von Dir als Tierhalter gut angeschaut (oder fotografiert) werden, um die weiteren Untersuchungen sowie die Diagnose bzw. Therapie zu erleichtern (z.B. Blut,- oder Eiterbestandteile).

2. Welche Ursachen gibt es für Husten? Nicht- krankheitsbedingte Ursachen

Reizung der Atemwege durch schlechte Luft

Hier dient der Husten als Reflex, um schädigende und reizende Substanzen aus der Luft wieder loszuwerden. Beispiele hierfür sind Zigarettenrauch, starker Smog oder Raumsprays. Wie auch bei Kindern sollte bei Haustierhaltung generell auf potentiell reizende Substanzen im Haushalt verzichtet werden.

Zusätzlich empfehlenswert sind hier häufige naturnahe Spaziergänge, um die Lungen wieder mit gesunder, frischer Luft zu füllen.

Vor allem im Winter ist bedingt durch das Heizen die Raumluft oftmals sehr trocken. Dies führt zur Austrocknung und Reizung des Atmungstraktes. Ebenso erhöht sich auch die Infektanfälligkeit.

→ Sehr empfehlenswert ist hier die Benutzung eines Raumbefeuchters. Alternativ können auch Nahe der Heizungen Schälchen mit Wasser aufgestellt und feuchte Tücher aufgehangen werden. Durch die entstehende Verdunstung erhöht sich die Raumfeuchtigkeit.

Fremdkörper

Dazu zählt alles, was ausversehen eingeatmet (Grannen, andere Pflanzenteile, manche Spielzeuge etc.) oder dem Hund wortwörtlich im Hals stecken bleiben kann (Stöckchen, Knochenreste etc.).

Wird Dein Hund diese nicht wieder von alleine los oder vermutest Du einen Fremdkörper, so ist der Gang zum Tierarzt unausweichlich. Zuvor kannst Du selbstverständlich versuchen, in die Maulhöhle Deines Hundes zu schauen, allerdings liegt das Grundproblem meist tiefer und dort kommt man nur mit speziellen Instrumenten hin (z.B. Endoskop).

Hastiges Fressen

Wenn Dein Hund zu den Staubsaugern unter den Hunden zählt und so hastig frisst, dass Du kaum hinterherschauen kannst, kann es durchaus sein, das sich Dein Hund dabei hin und wieder verschluckt und das verschluckte Futter hochhustet.

Das Husten durch Verschlucken dauert in der Regel höchstens einige Minuten und klingt dann wieder von alleine ab.

Verschluckt sich Dein Hund jedoch immer wieder beim Fressen oder trinken, sollte er einem Tierarzt vorgestellt werden – denn auch hier kann eine Erkrankung zugrunde liegen.

falsches Halsband oder starker Zug an der Leine

Sitzt das Halsband zu eng oder zieht Dein Vierbeiner ständig an der Leine führt dies zur chronischen Reizung der Luftröhre und/oder des Kehlkopfes. Hinzu kommt dabei dann (leider sehr häufig) das ruckartige Reißen an der Leine durch den genervten Tierbesitzer.

→ Beides führt auf Dauer zu einer Schädigung der Atemwege, teils sogar der Hals,-oder Brustwirbelsäule! Ebenso ist eine Schädigung der Schilddrüse (sitzt nah der Luftröhre auf Höhe des Halsbandes) nicht ausgeschlossen.

Da hilft nur eins: geduldige und richtige (!) Übung der Leinenführung. Das Zurückreißen des Hundes hat keinerlei längerfristigen erzieherischen Wert (denn sonst würde es ja helfen und die Zieherrei hätte ein Ende). Ebenso ist das Anlegen eines Brustgeschirrs in vielen Fällen hilfreich.

Aufregung

Egal ob positive oder negative Erregung: manche Vierbeiner steigern sich so in die Aufregung oder Freude hinein, dass sie anfangen zu husten oder zu würgen. Bei gewissen Hunden mit einer Vorbelastung (Kurzköpfigkeit, Luftröhrenerkrankungen etc.) passiert dies noch schneller.

Auch starke körperliche Anstrengung kann durch das starke Hecheln zu Husten führen. Spätestens hier sollte Dein Vierbeiner eine Pause einlegen.

Tipp: Deinem Hund beibringen, sich zu beruhigen (Ablegen auf einen Platz und Belohnen, wenn er sich ruhig verhält). Hat Dein Vierbeiner dies gelernt, so wirst Du womöglich einen grundsätzlich entspannteren Hund haben.

Rückwärthusten/Rückwärtsniesen

Dieses Phänomen betrifft vor allem (aber nicht nur) die kurzköpfigen Hunde („Syndrom: Brachyzephalie“).

Beim Rückwärtsniesen erscheint der Hund so, als ob er anfallsartig einatmen würde und schlecht Luft bekommt. In der Regel geht es von allein nach einigen Sekunden bis Minuten vorbei, teils hilft ein kurzes Zuhalten der Nase, um im Atmungstrakt alles wieder „zurechtzurücken“.

In der Regel ist beim Rückwärtshusten keine Behandlung nötig. Sollte Dein Vierbeiner jedoch sehr häufig darunter leiden, stelle ihm am besten beim Tierarzt zum Check-up vor.

3. Welche Ursachen gibt es für Husten? Krankheitsbedingte Ursachen

Mögliche Ursachen für Husten bei unseren Hunden:

Erkältung

Bei unseren Vierbeinern handelt es sich bei Erkrankungen der oberen Atemwege zumeist um eine Mandelentzündung (Tonsillitits) und/oder um den sogenannten Zwingerhustenkomplex (infektiöse Laryngotracheitis/Tracheobronchitis).

In seltenen Fällen steckt sich der Vierbeiner sogar bei seinen Mitmenschen an (z.B. Grippe) – oder umgekehrt.

Die Mandelentzündung kann durch die sorgfältige Inspektion der Maulhöhle durch den Tierarzt und Abtasten des Halsbereiches von außen festgestellt werden.

Oftmals wird hierbei Husten mit Würgen verwechselt und die Besitzer vermuten auf Grund der Symptomatik häufig, dass der Hund etwas im Hals stecken hat.

Manche Hunde verspüren einen so starken Schmerz, dass sie beim Fressen stark aufjaulen oder schreien.

→  Ein Besuch beim Tierarzt gibt dann Gewissheit und nimmt die Angst um den vierbeinigen Liebling.

Bronchitis und Pneumonie (Lungenentzündung)

Diese Erkrankungen betreffen die unteren Atemwege und werden beispielsweise auch durch verschiedene Viren und Bakterien verursacht.

Oft entstehen diese aus einer Infektion der oberen Atemwege, vor allem wenn der Vierbeiner über geschwächte Abwehrkräfte verfügt.

Die akute Bronchitis ist eine der häufigsten Erkrankungen des Atmungsapparates des Hundes.

Häufig spricht man auch von einer Bronchopneumonie, wenn der gesamte untere Atmungstrakt entzündet ist. Fieber ist meist ein Begleitsymptom.

Neben der akuten gibt es noch die chronische und allergische Bronchitits des Hundes.

Neben infektiösen Ursachen kommen weitere Ursachen wie beispielsweise die Aspirationspneumonie (Lungenentzündung durch chronisches Verschlucken oder Fremdkörper) oder Schimmelpilze in der Lunge (Fachbegriff: Aspergillose) in Frage.

Bei Schimmelpilzbefall sind häufig auch die oberen Atemwege betroffen, viele Hunde zeigen eitrigen Nasenausfluss (Rhinitis) durch zusätzliche bakterielle Erkrankungen.

Lungenwürmer

Die parasitäre Bronchitis lässt sich durch eine spezielle Kotuntersuchung oder Endoskopie feststellen. Entsprechende Medikamente führen oftmals zu schneller Genesung.

Bei allen Formen der Entzündung der Atemwege können Fieber, Abgeschlagenheit, Fress,- und Laufunlust als Begleiterscheinung mit auftreten. Ebenso sollte Dein Vierbeiner bis zur eindeutigen Diagnosestellung keinen Kontakt zu anderen Hunden haben, um diese vor einer Ansteckung zu schützen!

Lungenemphysem

Eine Überdehnung der Alveolen (Luftbläschen der Lunge), z.B. durch chronische Einengungen der Luftwege, kann diese teilweise zerstören und es sammelt sich freie Luft in der Lunge an.

Auch kann ein Emphysem als Folgeerscheinung bzw. Folgekomplikation einer Lungenerkrankung oder durch Trauma (bspw. Unfall) entstehen.

Je nach Schweregrad und Ursache fällt die Prognose unterschiedlich aus.

Rassetypische Erkrankungen

  1. Idiopathische Lungenfibrose des West-Highland-White-Terriers und des Bedlington-Terriers.

Die erkrankten Hunde weisen meist chronischen Husten und zunehmende Erschwerung der Atmung auf.

Die Diagnose erfolgt durch eine Untersuchung des Hundes inkl. Röntgenbild und teils endoskopischer Untersuchung. Therapeutisch kann den Tieren durch Linderung der Symptome etwas geholfen werden, in fortgeschrittenen Stadien ist die Prognose jedoch meist schlecht.

  • Trachealkollaps

Der Trachealkollaps bezeichnet den „Zusammenfall“ der Luftröhre an einer bestimmten Stelle, da der Knorpel dort über ungenügende Stabilität verfügt. Dadurch kann kaum noch Luft durch die Luftröhre (Trachea) strömen. [hier evtl Schemata von einer solchen Luftröhre zur Verdeutlichung einfügen]

Je nach Schweregrad leidet der Hund teilweise unter hochgradiger Atemnot, oftmals anfallsartig. Bei noch nicht so fortgeschrittenen Fällen tritt der Husten vor allem in bestimmten Situationen, beispielsweise bei Aufregung auf.

Hunde kleinerer Rassen wie Chihuahua und Yorkshire Terrier sind für diese Erkrankung besonders anfällig.

Der Trachealkollaps ist eine langsam fortschreitende Erkrankung, die symptomatisch mit Medikamenten, Umstieg auf Brustgeschirre etc. behandelt werden kann.

Operationen werden teilweise durchgeführt, allerdings nicht immer mit gewünschtem Erfolg und die Tiere leiden öfters unter dem in die Luftröhre eingebauten Stent (eine Art Käfig, der die Luftröhre offen hält). Somit ist bei dieser Erkrankung eine Heilung leider nicht möglich, in manchen Fällen führt die OP zur deutlichen Besserung der Beschwerden.

Herzerkrankungen/Lungenödem

Einer der „Klassiker“ für Husten, vor allem (aber nicht nur!) bei älteren Gesellen ist die sogenannte Kardiomyopathie (Herzmuskelerkrankung) bzw. Herzinsuffizienz.

Dieser Husten entsteht durch Flüssigkeitsansammlung in der Lunge (bedingt durch einen Rückstau des Blutes im Herzen, da es nicht richtig Weitertransportiert werden kann) und im fortgeschrittenen Stadium eine damit einhergehende Atemnot.  In der Fachsprache nennt sich diese Flüssigkeitsansammlung in der Lunge Lungenödem. Ein Lungenödem kann auch durch andere Erkrankungen verursacht werden.

Die Hunde husten oft vorwiegend Abends und Nachts, da sich durch das lange Liegen vermehrt Flüssigkeit in der Lunge ansammelt, die der Körper versucht, abzuhusten (was allerdings nicht gelingt). Leistungsschwäche (der Hund spielt nicht mehr so lange, schafft nur noch kürzere Spaziergänge etc.) ist oft eines der ersten Symptome, die dem Besitzer auffallen. in hochgradigen Fällen können Bewusstlosigkeit bis hin zum Herztod die Folge sein, wenn der Vierbeiner nicht behandelt wird oder die Erkrankung sehr weit fortgeschritten ist.

Eine Herzvergrößerung ist oft im Röntgenbild sichtbar, Klappenerkrankungen teils beim Abhören („Auskultation“) hörbar. Eine anschließende Herzultraschalluntersuchung gibt genauen Aufschluss über die Art der Herzerkrankung, oftmals handelt es sich um Klappendefekte (Endokardiose). Teilweise wird noch ein EKG angefertigt.

Herzparasiten

Herzwürmer (Dirofilarien) gab es in Deutschland lange Zeit nur bei importierten Hunden aus dem Mittelmeerraum. Seit einigen Jahren werden sie nun vereinzelt auch bei einheimischen Hunden festgestellt. Sie leben direkt in den Kammern des Herzens, wo eigentlich das Blut durchfließen muss. Dieses staut sich durch den Platzmangel zurück, es kommt somit auch hier zum Herzhusten. Zudem werden teilweise Schäden im Herzen durch die Herzwürmer verursacht.

Die Prognose hängt von der Stärke des Befalls und dem jeweiligen Ansprechen auf die Medikamente ab.

Der Fachbegriff für diese Erkrankung heißt Dilofilariasis oder auch Dilofilariose.

Tipp: Bei Auslandsaufenthalten Deines Vierbeiners diese stets beim Tierarzt angeben!

Magendrehung

Ein klassischer Notfall, bei dem der Hund „unproduktives Erbrechen“, sprich eine Mischung aus Husten und Würgen zeigt. Weitere Symptome sind ein stark aufgeblähter Bauch und starkes Speicheln/Schäumen. Der Hund ist wenig ansprechbar und zeigt meist starke Unruhe.

Achtung: Bei Verdacht auf eine Magendrehung unverzüglich (!) alles stehen und liegen lassen und den nächstgelegenen Tierarzt konsultieren!

Einen ausführlichen Artikel zum Thema Magendrehung findest du hier (Link zum Artikel).

Allergien

Die Existenz eines echten Asthma-bronchiale wie beim Menschen wird beim Hund noch diskutiert. Oftmals liegen den anfallsartigen Husten-Attacken andere Ursachen zu Grunde.

Je nach Symptomen entscheidet der Tierarzt, ob eine Behandlung nötig ist.

Tumore

Leider können auch Tumoren zu Husten führen. Entweder dadurch, dass sie sich direkt im Bereich des Brustkorbes befinden (z.B. Herzbasis) oder sich Metastasen gebildet haben, die in die Lunge abgewandert sind.

Auch andere sogenannte „raumfordernde Prozesse“ wie vergrößerte Lymphknoten durch Tumoren oder Entzündungen (Abszesse und Granulome) können zu störendem Husten führen, beispielsweise durch Druck auf die Atemwege.

Bei fortgeschrittenen Tumorerkrankungen leiden die Hunde oftmals auch unter starkem Gewichtsverlust (verminderter Appetit sowie hoher Energieverbrauch durch den Tumor selbst) und Abgeschlagenheit.

Tumore oder Metastasen der Lunge werden durch Röntgen oder CT/MRT-Aufnahmen diagnostiziert.

Gerinnungsstörungen/Blutungen

Durch Blutgerinnungsstörungen, beispielsweise bei schweren Lebererkrankungen, manchen Infektionen oder Kumarinvergiftungen (z.B. Rattengift) kann es auch zu Blutungen im Brustkorbberiech (Thorax) kommen.

Der Husten äußert sich in diesem Fall stark blutig, die Hunde sind häufig sehr geschwächt.

Schwere Lungenentzündungen, Fremdkörper, Tumoren etc. können in manchen Fällen auch zu Bluthusten führen.

Eine gründliche Untersuchung und Diagnostik (Blutuntersuchungen, Röntgen etc.) sind meist unumgänglich, häufig erfolgt sogar eine Einweisung in die Tierklinik bzw. ein stationärer Aufenthalt.

Unfälle

Jegliche Form von schweren Unfällen (Stürze, Autounfälle, Beißereien) können zu Verletzungen im Brustkorbbereich oder den Atemwegen führen. Dies kann sich unter anderem in Husten (teils blutig) und Atemnot äußern.

Grundsätzlich sollte eine Hund nach einem Unfall dem Tierarzt vorgestellt werden, auch wenn er einen „fitten“ Eindruck macht. Nicht alle Schäden sind auf den ersten Blick sichtbar.

Anatomische Gründe

Auch Missbildungen im Atmungstrakt (Maulhöhle bis Lunge) oder Lungenlappentorsionen (die Lunge besteht aus mehreren Lungenlappen, diese können sich, wenn auch recht selten, verdrehen) können Husten als Begleitsyptom haben.

Die Diagnostik ist teils recht aufwändig, erfordert viel Erfahrung und ist meist nur operativ zu beheben.

Kurzköpfigkeit

Die chronische Atemnot der kurznasigen Hunde (z.B. französische Bulldogge, Mops, englische Bulldogge) durch den komplett verengten Atmungstrakt äußert sich teilweise auch in chronischem Husten. Auch Schleim sammelt sich vermehrt in den Atemwegen an, welchen diese Tiere schlecht loswerden können.

Achtung:

Husten kann bei diesen Rassen auch in eine akute Atemnot übergehen, der Vierbeiner gerät in Panik und der Zustand kann in einen Teufelskreis übergehen.

Auch beispielsweise eine Mandelentzündung (Mandeln sind dabei vergrößert) kann diesen Hunden den restlichen Platz an Luft im Rachen nehmen und zu hochgradiger Atemnot führen. Hier umgehend den Tierarzt aufsuchen und versuchen, Ruhe zu bewahren!

4. Diagnostik

Der Tierarzt wird sich zunächst den Allgemeinzustand Deines Hundes anschauen und ihn dabei gründlich untersuchen. Ebenso wird er einige Dinge von Dir erfahren wollen (sogenannter Vorbericht = Anamnese – stets sehr wichtig für den Tierarzt).

Dazu ein paar Tipps und Fragestellungen, auf was du zu Hause schon achten und Dir für den Tierarztbesuch notieren kannst:

  • seit wann hustet Dein Hund?
  • wie oft und wie stark hustet er?
  • Wie hört sich der Husten an?
  • gab es aus Deiner Sicht einen Auslöser (z.B. Zugluft, Stöckchen gekaut, viel gerannt, Unfall etc.)?
  • war Dein Hund mit anderen erkrankten Tieren zusammen?
  • wann tritt der Husten auf (z.B. bei Belastung, in Ruhe, beim Fressen, Nachts oder kontinuierlich)?
  • zeigt Dein Vierbeiner Schmerz? (gekrümmte Haltung, Jaulen, Aufschreien, Schluckprobleme)
  • hat Dein Vierbeiner weitere Beschwerden bzw. Symptome?
  • Gibt es Dir bekannte Vorerkrankungen (oder Erkrankungen von Geschwister,-/Elterntieren)?

Tipp: Sollte es Dir schwerfallen, den Husten zu beschreiben (da dies in der Tat oftmals nicht sehr einfach ist), kannst Du ein Video Deines Lieblings machen und es zum Tierarztbesuch mitbringen. Dies erleichtert die Beschreibung ungemein.

Je nach Untersuchungsbefund wird Dein Tierarzt einen Verdacht äußern und Deines Hund entweder entsprechend behandeln oder weitere diagnostische Maßnahmen durchführen (das kann von Blutkontrollen über Röntgenaufnahmen bis zur Endoskopie gehen).

5. Therapie des Hustens – und welche Hausmittel kann ich einsetzen?

Liegt keine Atemwegsinfektion vor, so muss häufig die Grundursache beseitigt werden, um den Husten zu stoppen (z.B. Entfernung eines Fremdkörpers, Gabe von Herzmedikamenten, Entwurmung etc.).

Je nach Schweregrad und Erkrankung kann zudem die Gabe von Medikamenten wie Entzündungshemmern, Immunstimmulantien, Antibiotika, Hustenstillern, Mittel zur Erweiterung der Bronchien oder zur Entwässerung der Lunge erforderlich sein.

Zudem werden möglicherweise weitere Symptome wie z.B. starke Schmerzen mitbehandelt.

Folgende Hausmittel können bei einer Atemwegsinfektion (bitte immer vorher beim Tierarzt abklären bzw. bestätigen lassen) eingesetzt werden:

Inhalationstherapie. Mit einem Inhalationsgerät kann auch Dein Vierbeiner einfach mit Kochsalzlösung inhalieren. Alternativ kannst Du Deinen Hund in eine Box o.ä. setzen und vor die Box eine Schüssel heißes (Achtung, nicht zu heiß, max. 60° C) Wasser mit Salz stellen und beides zusammen mit einem Handtuch abdecken. Letzte Option ist, selbst eine lange heiße Dusche oder Bad zu nehmen und den Hund in dieser Zeit mit ins Badezimmer zu nehmen – besonders bei den renitenten unter unseren Vierbeinern eine einfache Lösung

Das Inhalieren befeuchtet die Atemwege und erleichtert das Abusten von Schleim.

Zudem gibt es spezielle  Propolisverdampfer bei manchen Imkern zu erwerben. Informiere Dich am Besten beim Imker Deines Vertrauens. Aber Vorsicht, manche Menschen reagieren auf Propolis allergisch, dies kann auch bei unseren Vierbeinern der Fall sein (Statistiken oder viele Erfahrungswerte beim Hund gibt es dazu allerdings leider kaum).

qualitativ hochwertigen Honig (mehrere TL/Tag) pur zum Abschlecken geben (Vorsicht bei Diabetikerhunden, da Honig viel Zucker enthält). Es gibt im Handel auch speziellen Thymian,- oder Fenchelhonig zu kaufen. Honig wirkt generell antiviral, antibakteriell und verfügt über weitere gesunde Eigenschaften und Nährstoffe. Honig besser nicht bei Welpen verabreichen, da diese eventuell noch nicht ausreichende Abwehrkräfte gegen das Bakterium Clostridium botulinum besitzen (Babys dürfen daher auch keinen Honig zugefüttert bekommen).

Hustensaft – bitte nur speziell für Hunde zugelassenen Sirup. Oftmals enthält dieser Auszüge aus Thymian.

Thymian,- oder Kamillentee (aus dem Reformhaus oder der Apotheke). Hilft auch sehr gut – wird allerdings von den meisten Hunden verschmäht. Dann lieber wie immer Wasser bei Raumtemperatur zur Verfügung stellen

Das wichtigste ist, dass Dein Vierbeiner nun genügend trinkt.   

Bei wiederkehrenden Infekten spezielle Immunsystem-stärkende Präparate.

Kartoffel,-oder Wärmewickel um den Hals. Lässt Dein Vierbeiner es zu, kannst du ihm warme Halswickel machen. Ein altbewährtes Rezept gegen Halsschmerzen.

Moderate Bewegung an der frischen Luft (optimalerweise im Wald) kurbelt den Kreislauf an, fördert die Schleimlösung und gibt dem Körper neue Energie. Zeigt Dein Hund, dass er nicht mehr kann, dann sollte er zügig nach Hause. Andere Vierbeiner hingegen sind trotz Erkältung nicht zu bremsen und brauchen den Riegel von Dir als Besitzer vorgeschoben.

Wichtig:

Ist Dein Hund erkrankt, vermeide für mindestens ein paar Tage den Kontakt zu anderen Hunden, damit diese sich nicht anstecken. Besondere Vorsicht ist bei Welpen und immungeschwächten Tieren geboten.

Zudem darfst Du ihm niemals ohne Rücksprache mit einem Tierarzt Medikamente aus der Humanmedizin geben – selbst pflanzliche Präparate können teils giftig wirken.

Ansonsten ist beim lästigem Erkältunghusten viel Geduld und Ruhe gefragt – das Auskurieren einer Infektion braucht einfache seine Zeit. Das kennen wir ja alle…

6. Vorbeugung

Was kann ich tun, damit mein Hund nicht krank wird?

  • trockene Raumluft vermeiden (Tipps siehe oben)
  • regelmäßig Lüften (am Besten Stoßlüften – für 5 Minuten alle Fenster weit auf – so wird die Luft am schnellsten ausgetauscht)
  • dem Hund keiner Zugluft aussetzen (dazu gehören auch Klimaanlagen und heruntergelassene Fenster bei der Autofahrt)
  • Vorsicht vor starken Temperaturschwankungen und Nässe. Wie auch bei uns Menschen reagieren manche Hunde empfindlich darauf.
  • Bei wiederkehrenden Atemwegsinfekten sollte abgeklärt werden, warum Dein Vierbeiner ständig Infekte hat.
  • Impfung. Bei den Standardimpfungen werden Teile des sogenannten „Zwingerhustenkomplexes“ mitgeimpft. Die Impfung schützt jedoch nicht in allen Fällen vor Erkrankung, in manchen Fällen führt sie lediglich zu einer Abschwächung der Krankheitsausbildung. In anderen Fällen erkranken Hunde trotz allem schwer. Einer der Gründe dafür ist, dass an dem Zwingerhusten oftmals viele verschiedene Viren,- und Bakterienstämme beteiligt sind.
  • Anti-Schling-Näpfe, Brustgeschirre und reizfreie Umgebungsluft helfen in einigen Fällen auch, die Ursache des Hustens zu mildern oder zu verhindern.
  • Generell: Wie bei allen Lebewesen trägt ein gesunder Lebensstil auch bei unseren vierbeinigen Freunden zur Gesunderhaltung bei. Dazu zählen ein hochwertiges Futter, ausreichend Bewegung, eine schlanke Figur, wenig Stress und viel Zuwendung
  • Ab einem gewissen Alter (Seniorenalter, ab ca. 7 Jahren) kannst Du Deinen Hund jährlich beim Tierarzt vorstellen. So werden bestimmte Erkrankungen frühzeitig entdeckt.

Einige Hunde werden mit bestimmten Erkrankungen nicht mehr zur Zucht zugelassen, andere Erkrankungen spielen kein Thema. Allerdings muss ehrlich gesagt werde, das in den wenigsten Fällen wirklich Verlass darauf ist – ansonsten wären die Erkrankungen ja schon längst „rausgezüchtet“ worden.

Abschließender Praxistipp: Wenn Dein Hund beim Stöckchenspielen den Stock gerne senkrecht, also direkt ins Maul zeigend, auffängt, so solltest Du Dir besser eine andere Spielweise überlegen. So vermeidest du gefährliche und schmerzhafte Stöckchenverletzungen Deines Lieblings.

7. Wann sollte ich zum Tierarzt gehen?

Grundsätzlich solltest Du immer den Tierarzt aufsuchen, wenn eins der folgenden Krankheitssymptome auftritt:

  • akuter Husten > 2 Tage
  • (zusätzlicher) Nasenausfluss, z.B. eitrig
  • bei chronischem bzw. wiederkehrenden Husten – dies kann auf eine andere Grunderkrankung hindeuten
  • schlechtes Allgemeinbefinden (Freß,-/Laufunlust, vermehrte Schlaf, Unruhe, veränderte Körperhaltung etc.)
  • Körpertemperatur > 39,5°C (Messung rektal)
  • jegliche, wenn auch nur leichte Form von Atemnot oder Atembeschwerden
  • bei Welpen und Junghunden mit Krankheitsanzeichen immer zum Tierarzt
  • manchmal ist es schwer Husten und Würgen voneinander abzugrenzen – lieber einmal zuviel als zuwenig zum Tierarzt, um die Grundursache abklären zu lassen
  • bei Verdacht auf einen Fremdkörper im Atmungstrakt

8. Wann handelt es sich um einen Notfall?

Bei den nun beschriebenen Situationen musst du unverzüglich und ohne zögern den Tierarzt aufsuchen, denn das Leben Deines Vierbeiners kann in Gefahr sein:

Atemnot (Fachbegriff: Dyspnoe). Folgende Symptome weisen auf Atemnot hin:

  • vermehrte Bauch,- oder Pumpatmung
  • verstärktes bzw. deutliches „Einziehen“ von Luft durch die Nase
  • bläulich verfärbte Maulschleimhäute (Zyanose)
  • stark fortgeschrittener Sauerstoffmangel!
  • Verlegung der Atemwege durch Fremdkörper, Wasseransammlungen etc.
  • starke Atemgeräusche

Ohnmacht (Fachbegriff: Synkope)

  • Dein Vierbeiner ist nicht mehr ansprechbar oder war kurz vollständig abwesend
  • Ohnmacht kann diverse Ursachen haben und sollte schnellstmöglich abgeklärt werden, auch wenn Dein Hund wieder „völlig da“ ist

Verdacht auf eine Magendrehung

  • eines der Symptome der Magendrehung ist das sogenannte „unproduktive Erbrechen“, welches häufig auch als Husten erscheint.
  • weitere Symptome: stark aufgeblähter Bauch, Unruhe, Atemprobleme

Sollte sich Dein Hund in einem lebensbedrohlichen Zustand befinden, so wird er beim Tierarzt zunächst stabilisiert (Infusion, nötige Medikamente, Beatmung bzw. Entfernung des Fremdkörpers etc.).

Erst anschließend ist Zeit für weitere Besprechungen, Fragen sowie weitere Untersuchungen.

Es kann also bei Notfällen durchaus sein, dass Ihr Anfangs keine großen Worte mit dem Tierarzt austauschen werdet, da es zuallererst darum geht, ein Leben zu retten.

9. Fazit

Wie du in diesem Artikel erfahren konntest, muss das Husten bei deinem Hund nicht immer gleich eine Erkältung sein. Oftmals ist das Husten eine natürliche Reaktion des Körpers, um in dem Hals befindliche störende Objekte zu beseitigen.

Wenn dein Hund jedoch ständig stark hustet oder einen plötzlichen Husten mit mit Atemnot aufweist, dann solltest du deinen Tierarzt kontaktieren und der Ursache auf dem Grund gehen. 

Wir bei mammaly wünschen Euch alles Gute – bis zum nächsten Mal!

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