Inhaltsübersicht
Wie gefährlich sind Giftköder für Hunde? Wie erkenne ich Giftköder? Diese Gifte können deinem Hund schaden Wo ist die Giftköder-Gefahr am höchsten? Was tun, wenn mein Hund Gift gefressen hat? Symptome von Vergiftungen durch Hundeköder Wie kann ich meinen Hund vor Giftködern schützen?
Blogbeitrag zum Thema Giftköder für Hunde

Giftköder für Hunde: erkennen, vorbeugen und richtig handeln

Wir lieben Hunde, doch andere hassen sie. Leider kommt es immer häufiger dazu, dass böswillige Menschen verlockende Hundeköder in Form von Wurst oder Fleischbällchen an von Hunden besuchten Orten verteilen. Diese Fallen sind häufig mit giftigen Substanzen oder scharfen bzw. spitzen Gegenständen gespickt, um unseren Lieblingen zu schaden.

Die Zahl an gefundenen Ködern und damit verbundenen Vorfällen steigt vor allem in den Großstädten seit Jahren stetig. Deswegen sollten Hundehalter diese Problematik nicht erst seit Einführung der App „Giftköder-Radar“ auf dem Schirm haben.

Wir erklären in diesem Artikel, worauf du achten musst, wie du die Gefahr verringerst und im Ernstfall richtig handelst.

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Wie gefährlich sind Giftköder für Hunde? Wie erkenne ich Giftköder? Diese Gifte können deinem Hund schaden Wo ist die Giftköder-Gefahr am höchsten? Was tun, wenn mein Hund Gift gefressen hat? Symptome von Vergiftungen durch Hundeköder Wie kann ich meinen Hund vor Giftködern schützen?

Wie gefährlich sind Giftköder für Hunde?

Giftköder für Hunde mit einer Rasierklinge in der Leberwurst

Die Antwortet lautet ganz klar: sehr gefährlich! Natürlich macht immer die Dosis das Gift, die nicht nur von der Substanzmenge, sondern auch vom Körpergewicht des Hundes abhängig ist.

Aber Hundehasser, die unseren Vierbeinern ernsthaft schaden wollen, wissen meistens, was sie tun. Im Internet war sogar ein Giftköder-Rechner aufrufbar, der im Rahmen einer Köder-Anleitung kalkuliert, wie viel Gift verwendet werden soll.

Also solltest du die Gefahr besser nicht unterschätzen, die von den verbotenen Snacks ausgeht.

Handelt es sich bei der verwendeten Substanz um Rattengift, Frostschutzmittel oder ein Pestizid, können wichtige Organe des Hundes geschädigt werden oder innere Blutungen entstehen. Auch Rasierklingen sind äußerst fies. Sie verletzten beim Schlucken sowohl Speiseröhre als auch Magen. Sie können zu schweren inneren Verletzungen oder Blutungen führen.

Und auch, wenn dein Schützling überlebt, kann sich das aufgenommene Gift negativ auf die Lebensqualität auswirken und die Lebenserwartung deutlich senken. Vor allem, wenn das Gift auf lebenswichtige Organe wie die Leber oder Nieren wirkte.


Wie erkenne ich Giftköder?

Giftköder für einen Hund versteckt in Fleisch

Giftköder sind leider schwer zu erkennen. Sie werden meistens auf Grünflächen so versteckt, dass sie für uns nicht direkt sichtbar sind (z.B. in Gebüschen). Das macht es so gefährlich. Für unsere Augen sind Hundeköder vor allem nachts kaum wahrnehmbar, an einer sensiblen Hundenase hingegen geht der Fleischgeruch keinesfalls vorbei.

Da die Köder oft mehrfach auf einer Strecke verteilt werden, solltest du Verdacht schöpfen, wenn deine Fellnase immer wieder zum Wegrand oder Büschen zieht.

Bei den meisten Ködern handelt es sich um sehr verlockende Bällchen aus Hackfleisch bzw. Leberwurst oder Wurststückchen und andere Fleischprodukte.

Gerade, wenn diese Leckereien eigentlich nicht auf der Speisekarte deines Hundes stehen, fällt es Leckermäulern schwer, nicht in die Falle zu tappen. Es können aber auch gewöhnliche Leckerlis oder Feuchtfutter für Hunde mit Giften versehen sein.

Diese Gifte können deinem Hund schaden

Für gewöhnlich handelt es sich oft um leicht erhältliches Gift gegen Nagetiere oder Schneckenkorn.

Letzteres ist besonders perfide, weil der Geschmack süßlich ist. Das erhöht auch die Gefahr für wählerische Tiere und Kinder, die in Parks spielen, wo auch Hunde gern gesehen sind. Schneckenkorn fällt zwar farblich durch sein intensives Blau stark auf, aber dafür sind die Körner sehr klein und können problemlos in beispielsweise Fleischbällchen gedrückt werden.

Weitere mögliche Gifte sind Pestizide oder Insektizide. Sogar Frostschutzmittel und Medikamente werden missbraucht, um Vierbeiner auf Spaziergängen zu vergiften.

Es müssen aber nicht unbedingt Giftstoffe sein, die als Leckerli getarnt eine ernste Gefahr darstellen.

Scharfe Gegenstände wie Rasierklingen, Nägel, Glasscherben oder Reißzwecken führen beim Verschlucken schnell zu Verletzungen der Speise- bzw. Luftröhre oder später des Magen-Darm-Trakts.

Die Hundehasser sind leider sehr kreativ mit dem Einsatz von Haushaltsgegenständen, die im schlimmsten Fall zum Erstickungstod führen

Wo ist die Giftköder-Gefahr am höchsten?

Generell kann man sagen, dass die Giftköder-Meldungen in den letzten Jahren deutschlandweit zugenommen haben. Somit sind Hundehalter und ihre Fellnasen in der ganzen Bundesrepublik (und sicherlich auch darüber hinaus) gefährdet.

Um Hundebesitzer bestmöglich warnen zu können, sollten Giftköderfunde nicht nur der Polizei, sondern auch auf Plattformen gemeldet werden, damit diese Informationen veröffentlicht werden können.

Eine Möglichkeit zur Meldung bietet beispielsweise die App Dogorama. Registrierte Köder werden unter dem Menüpunkt „Radar“ kommuniziert.

Bereiche, in denen die giftigen Fallen ausgelegt werden, können beispielsweise beliebte Gassirunden sein.

Die häufigsten Fundorte sind öffentliche Plätze, Straßen und Feldwege.

Sogar private Grundstücke sind leider das Ziel von Hundehassern, wenn sich dort ein unbeliebter Hund befindet. Es gibt keine Entschuldigung für solche Angriffe der Täter. Aber ein möglicher Erklärungsversuch ist, dass besonders laute und furchteinflößende Hunde auf diese Weise ausgeschaltet werden sollen.

Ordnungsmäßige Giftköder dürfen von Landwirten ausgelegt werden. Diese haben natürlich unerwünschte Nagetiere zum Ziel und enthalten dementsprechend Mäuse- bzw. Rattengift. Achte somit auf deinen Hund, wenn er auf Feldern unterwegs ist.

Auch Schädlingsbekämfpungsmittel dürfen von Privatpersonen, mit einem Sachkundenachweis auch in Wohngebieten, verwendet werden, um Nagetiere nach dem Eindringen in Gebäude zu vertreiben. Allerdings müssen dafür vorgesehene Köderboxen verwendet werden, um die Gefahr von offen ausgelegten Giften zu vermeiden.

Was tun, wenn mein Hund Gift gefressen hat?

Hast du festgestellt, dass dein Hund beim Gassigehen etwas aus dem Gebüsch gefischt hat, versuchst du am besten zu vermeiden, dass er den Gegenstand verschluckt. Hört er nicht auf dein Kommando, davon abzulassen bzw. es auszuspucken, solltest du versuchen, sein Maul zu öffnen. 

Dabei kann es helfen, die Lefzen auf die Zähne des Oberkiefers zu drücken.

Ist der potenzielle Giftköder noch sichtbar und greifbar, dann steck ihn nach dem Entfernen in einen verschließbaren Beutel (z.B. Kotbeutel), um ihn im Anschluss einem Tierarzt zu zeigen. Abhängig von seiner Analyse und der möglichen Vergiftungsgefahr, wird er entsprechende Maßnahmen durchführen.

Hat dein Tierarzt am Abend oder an Sonn- und Feiertagen geschlossen, musst du es beim Notfalldienst einer Tierklinik versuchen.

Melde dich am besten schon telefonisch an, bevor du dich auf den Weg machst. So kann sich das Personal vorbereiten und lässt euch im Idealfall nicht warten, nachdem du angekommen bist.

Symptome von Vergiftungen durch Hundeköder

Nicht immer hat man das Glück, mitzubekommen, dass der Hund draußen etwas vom Boden gefressen hat. Vor allem nachts oder beim Freilauf kann es schnell passieren, dass dein Liebling etwas heimlich verschlingt. Leider werden Giftköder für Hunde sogar auf Privatgrundstücke geworfen. Hat deine Fellnase einen Köder mit Gift verschluckt, wirst du die Vergiftung aber sehr wahrscheinlich anhand von Verhaltensänderungen und anderen Auffälligkeiten erkennen.

Die folgende Übersicht der Tierschutzorganisation PETA zeigt dir, welche Vergiftungsanzeichen welchen Ködern tendenziell zugeordnet werden können.

Bei Herbiziden und Insektiziden (wie Schneckenkorn)

  • Unruhe
  • Zittern
  • Fieber
  • Schnelle Atmung
  • Beeinträchtigung der Herzfunktion
  • Koordinationsschwierigkeiten
  • vermehrter Speichelfluss
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Verätzungen


Im Erbrochenen kann farbiges Giftgranulat und Blut gefunden werden.

Bei Rotentiziden (wie Rattengift und Cumarin)

  • Unruhe
  • bläulich verfärbte Zunge
  • blasses Zahnfleisch
  • Erbrechen
  • Schaum und/oder Blut im Erbrochenen, evtl. auch Giftkörner
  • Durchfall
  • Blut im Urin
  • Blut im Stuhlgang
  • Atembeschwerden
  • Krämpfe
  • Muskelzittern
  • absinkende Temperatur
  • Apathie
  • Bewusstlosigkeit

Bei Frostschutzmitteln

  • Gereizte Schleimhäute
  • Erbrechen
  • Zustand ähnlich einem Alkoholrausch
  • Koordinationsstörungen
  • Schläfrigkeit
  • Bewusstlosigkeit
  • Koma

Scharfe und spitze Gegenstände (wie Rasierklingen, Scherben oder Nägel)

  • Verletzungen an der Zunge und Mundhöhle sowie in der Speise-/Luftröhre und im Magen-Darm-Trakt
  • Blut im Maul und/oder Kot
  • ständiges Würgen
  • Reiben an der Schnauze
  • leeres Schlucken
  • Probleme beim Schlucken
  • offenstehendes Maul
  • Niesen oder Husten
  • pfeifende Geräusche beim Atmen
  • Atemnot
  • Verweigerung der Futteraufnahme
  • Abgeschlagenheit


Beobachtest Du bei deinem Liebling diese Symptome oder andere verdächtige Anzeichen, solltest du sofort einen Tierarzt kontaktieren und dich am besten direkt auf den Weg machen.

Wie kann ich meinen Hund vor Giftködern schützen?

Wachsames Spaziergehen mit Hund

Die beste Präventivmaßnahme ist, es gar nicht so weit kommen zu lassen, dass dein Hund einen Giftköder aufnimmt. Also ist beim Gassigehen deine Aufmerksamkeit gefragt. Halte die Augen vor allem an üblichen Verstecken von Ködern wie Gebüschen und hohem Gras offen. Im Dunkeln hilft eine Taschenlampe, um den Weg zu überblicken. Möchtest du eine Hand frei haben, bieten sich auch Lösungen wie Kopflampen an, die dir auf Stirnhöhe den Weg ausleuchten.

Spaziert ihr durch Umgebungen, wo die Giftködergefahr hoch ist, solltest du deinen Hund lieber an der (kurzen) Leine lassen, um das Risiko zu minimieren.

Für Leckermäuler, die einem gefundenen Fressen nicht widerstehen können, bietet sich auch ein Maulkorb an.

Es gibt viele grobmaschige Modelle, die das Atmen nicht einschränken und sogar Trinken ermöglichen, aber gleichzeitig Fressen verhindern.

Wichtig sind in dem Zusammenhang neben den Vorkehrungen auch allgemeine Informationen über die Gefahren von Giftködern . Glücklicherweise gibt es immer mehr Apps und Plattformen in sozialen Medien sowie Nachrichten- und Polizeimeldungen, die über den Fund und die Art von Giftködern informieren. Es lohnt sich also, hier auf dem Laufenden zu bleiben.

Neben Giftköder-Warn-Apps, die Funde veröffentlichen, sind auch einige anstehende Innovationen vielversprechend. Tractive plant zum Beispiel eine eigene Giftköder-Funktion. Die GPS-App soll dich warnen, wenn sich dein Hund mit seinem Tracker einem gemeldeten Giftköder nähert. Es bleibt also spannend.

Bleibt auf der Hut und vor allem gesund!

FAQ – Häufige Fragen zum Thema Giftköder für Hunde

Wie verhält sich ein Hund, wenn er Giftköder gefressen hat?

Das hängt von der im Köder enthaltenen Substanz ab. Die gängigsten Symptome sind übermäßiger Speichelfluss bis hin zur Schaumbildung, Atemnot, Teilnahmslosigkeit, trübe Augen, eine trockene Nase und fortwährendes Erbrechen. Im Erbrochenen kann sich Galle und sogar Blut befinden. Auch der Kot kann Blut aufweisen, häufig in Verbindung mit Durchfall. Im schlimmsten Fall der Vergiftung kommt es zu einem Schock, Koma oder Kreislaufkollaps.

Wie schnell wirkt ein Giftköder beim Hund?

Die Dauer bis zum Eintritt von sichtbaren Symptomen ist von der Art des Giftes abhängig. Folgen von Herbiziden können sofort oder erst nach ein paar Stunden eintreten. Mäusegift wirkt sofort nach der Aufnahme und Rattengift hingegen oft zeitverzögert innerhalb von 48 Stunden. Die Aufnahme von Hundeködern mit scharfkantigen Gegenständen führt in der Regel zu akuten Symptomen wie Schluckbeschwerden oder Blutungen.

Kann ein Hund Rattengift überleben?

Ja, wenn schnelle Hilfe ermöglicht wird, kann ein Hund die Aufnahme von Rattengift überleben. Wenn du dir hundertprozentig sicher bist, dass dein Hund Gift gefressen hat und er bei Bewusstsein ist, kannst du ein unverzügliches Erbrechen herbeiführen. So gewinnst du kostbare Zeit, solange kein Tierarzt in der Nähe ist. Am besten hast du einen Tierarzt bereits am Telefon, um Rücksprache zu halten. Anschließend führt natürlich kein Weg an der Tierarztpraxis oder Klinik vorbei!

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