Parasiten beim Hund

Sie lauern an jeder Ecke, sind lästig und eklig. Sie befallen deinen Doggo und eventuell auch dich. Parasiten! Woran du sie erkennst, was sie anrichten können und wie du sie erfolgreich bekämpfst, erfährst du hier: 


INHALTSVERZEICHNIS

  1. Was für Parasiten gibt es?
  2. Wie erkenne ich einen Befall?
  3. Welche Krankheiten können Parasiten verursachen?
  4. Die häufigsten Übeltäter
  5. Hygienemaßnahmen bei Befall

     


    Hund schaut dich an; Parasiten beim Hund

    Was für Parasiten gibt es?

    Allgemein lassen sich Parasiten in Ekto- und Endoparasiten unterteilen. Während Ektoparasiten sich auf der Haut oder dem Fell ihres Wirts ansiedeln und sich von dessen Blut und Hautpartikeln ernähren, befallen Endoparasiten ihren Wirt innerhalb des Körpers. Dort besiedeln sie verschiedenen Organe und können diese schädigen. Die meisten Parasiten sind sogar auf den Menschen übertragbar.

    Wie erkenne ich einen Befall?

    Hund leckt Pfoten; Parasiten beim Hund

    Parasiten sind meist nur wenige Millimeter groß. Daher werden Ektoparasiten wie Zecken, Flöhe und Milben sehr leicht übersehen. Bei Endoparasiten wie Würmern, welche im Inneren des Wirts leben, ist es noch schwieriger, diese zu erkennen. Mit viel Glück kann man sie im Kot der Fellnase entdecken. Daher ist es sehr wichtig, auf äußere Anzeichen und Symptome zu achten.

    Vermehrtes Kratzen und Jucken kann auf einen Befall durch Ektoparasiten hindeuten. Zudem kann es zu Hautreaktionen wie Fellausfall, Krusten-, Schuppenbildung oder Allergien kommen.

    Bei Endoparasiten kann das Rutschen des Doggos auf seinem Hinterteil ein Anzeichen für einen Befall sein. Zudem kann es bei starkem Befall zu Durchfall oder Erbrechen kommen. Auch zu Abmagerung und Nährstoffunterversorgung kann trotz adäquater Ernährung kommen.

    Welche Krankheiten können Parasiten verursachen?

    Frau küsst Hund; Parasiten beim Hund

    Einige Parasiten sind einfach nur lästig für unsere Fellnase. Doch Parasiten können auch für Krankheiten verantwortlich sein. Ektoparasiten können teils Entzündungen und Allergien hervorrufen. Durch die Zecke kann unter anderem Anaplasmen, Babesien und Borreliose übertragen werden. Borreliose ist eine Krankheit, welche sowohl die Haut als auch das Nervensystem, die Gelenke oder sogar das Herz befallen kann. Endoparasiten können lebensbedrohliche Organschäden verursachen.

    Die häufigsten Übeltäter

    Ektoparasiten

    Parasiten beim Hund

    Zecken

    Zecken können das ganze Jahr über auftreten, finden sich vermehrt jedoch in den warmen Monaten zwischen April bis September. Sie lauern im hohen Gras und in Büschen auf unsere Fellnase. Dein Hund kann sich also quasi überall infizieren. Untersuche deinen Doggo nach dem Gassigang daher stets auf Zecken. Solltest du eine Zecke entdecken, entferne diese umgehend, um die Gefahr der Übertragung einer Krankheit so gering wie möglich zu halten. Dazu verwendest du einfach eine Zeckenzange oder einen Zeckenhaken, den du so nah wie möglich an der Haut ansetzt. Zerquetsche die Zecke dabei nicht. Ziehe sie langsam und mit steigender Kraft gerade heraus. Ziehst du zu ruckartig oder drehst du die Zecke dabei, besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass ein Teil der Zecke stecken bleibt.

    Auf keinen Fall solltest du die Zecke direkt mit Öl beträufeln, in der Hoffnung, dass diese dann loslässt. Du erhöhst damit nur das Risiko auf eine Infektion, da die Zecke dadurch vermehrt Speichel abgeben wird. Entferne sie, indem du sie vorsichtig heraus ziehst. Anschließend kannst du deinen Doggo mit Easy Protect behandeln um gegen eine neue Zeckenattacke vorzubeugen.

    Nachdem du die Zecke entfernt hast, solltest du sie anständig entsorgen. Fasse sie bitte nicht direkt an, da die Zecke über Körperflüssigkeiten Erreger übertragen kann. Nutze Handschuhe oder ein Stück Toilettenpapier dazu, mit welchem du die Zecke direkt zerdrückst und entsorgst. So kann sie keinem Tier mehr schaden. Sie nur die Toilette runter zu spülen reicht nicht, da Zecken im Wasser überleben können. Sie wird sich dann einen neuen Wirt suchen.

    Haarlinge

    Haarlinge sind mit den Läusen verwandt. Sie legen ihre klebrigen Nester in das Fell des Hundes und ernähren sich von dessen Hautschuppen und Wundsekreten. Ist der Hund von Haarlingen befallen, äußert sich dies durch starken Juckreiz. Durch ständiges Kratzen kann es zu Haarausfall beim Hund, Schuppen-, so wie Krustenbildung kommen. Auch Sekundärinfektionen können entstehen. Diese Symptome optimieren die Lebensbedingungen der Haarlinge, wodurch der Befall sich noch steigert. Eine Behandlung sollte also umgehend bei Feststellung des Befalls erfolgen, um eine Ausbreitung zu verhindern.

    Flöhe

    Flöhe können bis zu einem Meter weit springen. Dies ermöglicht es ihnen, auf vorbeilaufende Hunde zu gelangen. Hat sich ein Flohweibchen auf einem Hund eingenistet, dauert es nur wenige Tage, bis sie mit der Eiablage beginnt. Die Eier fallen aus dem Hundefell und verbreiten sich so in der gesamten Umgebung des Hundes. Daher reicht es bei einem Flohbefall nicht aus, lediglich den Hund zu behandeln. Er würde sich in seiner Umgebung in kürzester Zeit erneut infizieren.

    Wusstest du, dass eine Flohpopulation nur zu 5% aus erwachsenen Flöhen besteht? 

    Flohpopulation Infografik

    Quelle: https://www.tierklinik.de/medizin/parasitaere-erkrankungen/floehe/floehe

    Milben

    Es gibt verschiedene Arten von Milben, welche sich auf dem Hund einnisten können. Die häufigsten Milbenarten sind dabei die Herbstgrasmilbe, die Räudemilbe, die Demodexmilbe und die Ohrmilbe. Je nachdem, welche Milbe sich der Hund eingefangen hat, kann es zu unterschiedlichen Symptomen kommen. Die häufigsten Symptome sind jedoch Juckreiz, kahle Stellen, Verkrustungen, Schuppenbildung und Rötungen. Auch Ansteckung und Verlauf unterscheiden sich je nach Art der Milbe. Während die Grasmilbe lediglich während des Larvenstadiums zum Problem für den Hund wird, durchlaufen Grabmilben (Räudemilben) alle drei Stadien in der Haut des Hundes. Um eine Ausbreitung und eine dauerhafte Beeinträchtigung für die Fellnase zu verhindern, sollte sofort mit der Behandlung begonnen werden.

    Beachte gerne auch unsere Blogs zu den Themen „Haarausfall beim Hund“ und „Schuppen beim Hund.

    Endoparasiten

    Endoparasiten; Parasiten beim Hund

    Würmer

    Es gibt verschiedene Arten von Würmern, welche sich in deinem Hund einnisten können. Die häufigsten sind dabei der Spulwurm, der Lungenwurm, der Bandwurm, der Herzwurm und der Hakenwurm. Da Würmer sich im Inneren des Wirts einnisten, sind diese nur sehr schwer zu erkennen. Ist der Wurmbefall bereits fortgeschritten, kommt es vereinzelt vor, dass man einen Wurm im Kot des Hundes finden kann. Dies ist allerdings nicht die Regel. Der Hund scheidet zumeist nur die Eier des Wurmes aus, durch welche eine Infektion erfolgen kann. Diese Eier kann man mit dem bloßen Auge jedoch nicht erkennen. Es ist daher wichtig, auf folgende Symptome zu reagieren: Erbrechen, Verstopfung, mangelnder Appetit, Gewichtsverlust, so wie Mangelerscheinungen durch Nährstoffentzug, wenn der Magen- und Darmtrakt des Hundes befallen ist.

    Leider kann man gegen Würmer nicht vorsorgen, da sich der Hund immer und überall mit Eiern infizieren kann. Daher greifen viele Hundebesitzer zu einer regelmäßigen Wurmkur, um ihre Fellnase frei von Würmern zu halten. Nach einer Wurmkur sollte man den Darm seines Hundes wieder sanieren. Beachte dazu unseren Blog: „Darmsanierung beim Hund“

    Wenn es sich vermeiden lässt, kann man anstatt einer provisorischen Wurmkur, alternativ auch einen Wurmtest durchführen lassen. Du kannst dazu an drei aufeinanderfolgenden Tagen Kot deines Hundes sammeln und diesen zur Untersuchung dem Tierarzt übergeben. Diese Kotuntersuchung kostet nur minimal mehr als eine provisorische Wurmkur. Jedoch mutest du deinem Hund nicht keine eventuell überflüssige Chemiekeule zu, sondern behandelst ihn nur bei bestätigtem Befall.

    Giardien

    Giardien gehören zu den winzigsten Parasiten, mit denen sich ein Hund infizieren kann. Gerade bei Welpen und Junghunden kommen sie besonders häufig vor und übertragen sich durch direktes Belecken, Schnüffeln oder durch Kontakt mit infiziertem Kot. Die Giardien wandern in den Darm des Hundes und vermehren sich dort massiv. Es kann zu Durchfall und schleimigem Kot kommen. Hunde mit Giardienbefall müssen von einem Tierarzt behandelt werden. Mehr zum Thema Giardien erfährst du in unserem Blog „Giardienbefall beim Hund“.

    Hygienemaßnahmen bei Befall

    Hund liegt; Parasiten beim Hund

    Egal ob Ektoparasiten oder Endoparasiten, es bedarf bei einem Befall auch der besonderen Behandlung der Umgebung des Hundes. Spielzeuge und Schlafplätze deines Doggos lassen sich sehr gut in der Waschmaschine bei mindestens 40 Grad reinigen. Spielzeuge aus stabilem Material und Näpfe sollten bei heißer Stufe in der Spülmaschine oder manuell mit kochendem Wasser abgewaschen werden.

    Doch auch Wände, Teppich und Möbel können von den Parasiten kontaminiert sein, wodurch sich deine Fellnase schnell wieder infizieren kann. Da eine Couch recht schlecht in die Waschmaschine passt, empfehlen wir jedem Tierhalter die Anschaffung eines Dampfreinigers. Günstige Geräte für 20 Euro reichen dabei vollkommen aus. Dampfreiniger geben einen um ca. 100 Grad heißen Dampf ab, mit welchem man Parasiten auf dem Mobiliar erfolgreich und zuverlässig bekämpfen kann. Wer sich selber keinen Dampfreiniger anschaffen möchte, kann sich diesen auch ausleihen.

    Wir hoffen natürlich immer, dass dein Hund nicht von Parasiten befallen wird, doch sollte es dazu kommen, bist du nun gut darauf vorbereitet und kannst deiner Fellnase zuverlässig helfen.

    Abschließend haben wir noch einen kleinen Fun-Fact zum Thema Flöhe:

    Wusstest du, dass es zu Zeiten der Dinosaurier Riesenflöhe gab?

    Riesenflöhe Infografik

    Fossilien, welche in der Mongolei und ich China gefunden wurden, deuten darauf hin, dass es schon zu Zeiten der Dinosaurier Flöhe gab. Sie waren bis zu 2 cm groß. Jedoch konnten sie, entgegen den heutigen Flöhen, nicht springen.

5 Kommentare

Vielen Dank für die den tollen Tipps. Obwohl ich schon lange Hunde 🐕habe, weiß man immer noch nicht alles. Die Fresh Smile mögen sie sehr gerne. Danke Pitt und Max

Christiane Reinke-Jäckel am

Sehr lehrreich, man weiß eben doch noch nicht alle Einzelheiten, danke für den guten Beitrag 🐾🐕

Vera Kühnel am

Hallo, ein sehr guter Beitrag aus dem man viel lernen kann.

Gerd Reimann am

Danke ihr lieben das Frauchen sich bei euch so gut Informieren kann

Lilly der Mops am

Hallo, ich finde den Beitrag wirklich toll. 🥰 Sehr informativ und wissenschaftlich geschrieben. 🐶

Lisa M. am

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