Mein Hund trinkt wenig

Immer wieder hört man, wie wichtig es ist, genug Wasser zu trinken.

Das selbe gilt auch für unsere Hunde, denn die tägliche Flüssigkeitszufuhr ist essentiell für alle körperlichen Funktionen.

Besonders wichtig ist die Wasseraufnahme an heißen oder sportlichen Tagen, da der Körper an diesen vermehrt Wasser verliert (vor allem durch Verdunstung beim Hecheln).

Was aber, wenn unser Hund ein Trinkmuffel ist oder plötzlich viel weniger trinkt?

Der Artikel gibt euch einen Überblick über mögliche Gründe sowie Tipps, wie ihr die Trinkmenge steigern könnt.


INHALTSVERZEICHNIS

  1. Wieviel Wasser muss mein Hund täglich trinken?
  2. Woher weis ich, dass mein Hund durstig ist?
  3. Welche Ursachen kann der wenige Durst haben?
    1. Fütterung
    2. Andere Wasserquellen
    3. Krankheit
    4. Magen-Darm-Erkrankungen
    5. Gehirnerkrankungen
    6. Niereninsuffizienz
    7. Schlappheit/Übelkeit
    8. Schmerzen
    9. Stress
    10. Hormonelle Ursachen
    11. Probleme im Rudel
    12. Nach einer Operation
    13. Impfen
  4. Einfache Tipps und Tricks, wie Dein Hund mehr Wasser zu sich nehmen wirdwen
    1. Früchte
    2. Leberwurst
    3. Ziegenmilchpulver
    4. Wasserspender
    5. Joghurt/Buttermilch
    6. Wurstwasser
    7. Abgekochte Knochensuppe
    8. Infused Water
    9. Honig
    10. Hundeeis
    11. Weitere praktische Tipps
  5. Und wann muss ich doch zum Tierarzt gehen?
    1. Wann muss ich zum Tierarzt?
    2. Wie erkenne ich, ob mein Hund ausgetrocknet ist?
    3. Was kann der Tierarzt tun?
  6. Fazit

1. Wieviel Wasser muss mein Hund täglich trinken?

Der Wasserbedarf ist neben dem Körpergewicht abhängig von der Fütterung und Aktivität Deines Vierbeiners sowie den Umgebungstemperaturen.

Der Wasserbedarf eines Hundes liegt daher in der Spanne zwischen 40-100 ml/kg Körpergewicht in 24 Stunden.

Bei ausschliesslicher Fütterung von Trockenfutter sollte der obere Wert angenommen werden.

Die Werte beziehen sich auf eine Umgebungstemperatur von etwa 20°- 22° C bei normaler körperlicher Aktivität.

Rechenbeispiel:

Wiegt Dein Hund 20 kg, liegt sein Wasserbedarf bei 800 – 2000 ml/Tag.

Nun hast Du einen Anhaltspunkt, wieviel Dein Hund tatsächlich braucht – jetzt nur noch Messen, wieviel er täglich trinkt und Du wirst sehen, ob es tatsächlich zu wenig ist.

Eine weitergehende, ausführliche Erläuterung findet ihr hier (Link zum Artikel „Hund trinkt viel“) –

dort wird auch genau erklärt, wie Du die Trinkmenge Deines Hundes mittels Abmessung berechnen kannst.


2. Woher weis ich, dass mein Hund durstig ist?

  • er leckt alles Mögliche ab, vor allem kühle und feuchte Gegenstände
  • er lässt Dich nicht in Ruhe und versucht vielleicht, dich in die Küche o.ä. zu locken
  • er hechelt, wodurch er durch Verdunstung seine Körpertemperatur reguliert →  Dies kann zu Durst führen
  • er hat vor kurzem gespielt, getobt oder etwas gekaut – dies kann durstig machen
  • er hat vor kurzem gefressen (vor allem Trockenfutter)

Generell gilt: Ein Hund (egal, welche Fütterungsart), sollte immer ausreichend frisches Wasser zur freien Verfügung haben, denn nur so ist gewährleistet, dass er genügend trinken kann.


3. Welche Ursachen kann der wenige Durst haben?

Beginnen wir zunächst mit der häufigsten Ursache, nämlich der

I. Fütterung

Generell gilt: Ein Hund, der ausschliesslich Trockenfutter frisst, trinkt wesentlich mehr, als ein Hund, der auch anderes Futter zu sich nimmt.

Der Wassergehalt im Trockenfutter ist im Vergleich zu anderen Fütterungsarten sehr niedrig (3-12%).

Nassfutter: enthält 60-84% Wasser – ein riesiger Unterschied also im Vergleich zum Trockenfutter.

BARF oder selbstgekochte Rationen: auch hier liegt der Wasseranteil je nach Nahrungsmittel wesentlich höher als beim Trockenfutter.

Es gibt tatsächlich eine Menge Hunde, die bei dieser Form der Ernährung so gut wie nichts mehr trinken, da sie es schlicht und einfach nicht mehr nötig haben.

Fazit:

Hast du die Fütterung Deines Hundes vor kurzem auf weniger oder kein Trockenfutter mehr umgestellt, ist es sehr wahrscheinlich, dass Dein Vierbeiner deswegen kaum noch trinkt.

Sein Bedarf an „Extra“-Wasser ist einfach nicht mehr so hoch und das Aufquillen des Futters im Magen, wie es bei Trockenfutter der Fall ist, fällt auch weg.

Vor allem bei einem Hund, der ausschliesslich Trockenfutter frisst, sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden.

II. Andere Wasserquellen

Manche Hunde trinken tatsächlich fast nur draussen in Pfützen, Bächen oder Quellen. Da kann es auch passieren, dass wir Hundebesitzer dies während des Spaziergangs nicht mitbekommen.

Ebenso mögen manche Hunde auch besonders gern die Toilettenschüssel als Trinknapf….

Vorsicht mit Regenpfützen oder stehenden Gewässern: darin können Krankheitserreger enthalten sein.

III. Krankheit

Eine positive Sache vorweg: „Verminderte Wasseraufnahme“ ist kein klassisches Symptom für eine bestimmte Erkrankung bzw. selten alleiniges Symptom einer Erkrankung (im Gegensatz zu vermehrtem Trinken – s. Artikel hier).

Eher ist es Folge einer Erkrankung oder hormonellen Sondersituation (Läufigkeit, Scheinschwangerschaft, kurz vor der Geburt), dass der Hund nicht trinken möchte oder zu schlapp ist.

IV. Magen-Darm-Erkrankungen

Besonders bei starkem Durchfall oder Erbrechen verliert der Körper viel Wasser.

Leidet Dein Hund längere Zeit unter einer Gastritis oder Gastroenteritis, so kann es vorkommen, dass er es nicht schafft, seinen Flüssigkeitshaushalt wieder ausreichend aufzufüllen.

Manche Hunde sind einfach zu schlapp oder ihnen ist zu übel, so dass sie nicht trinken wollen.

Spätestens dann musst du zeitnah mit Deinem Vierbeiner zum Tierarzt!

Dies kann nach einigen Tagen zu einer Dehydratation (Austrocknung) führen, die schnell lebensgefährlich wird.

V. Gehirnerkrankungen

in absolut seltenen Fällen führen Erkrankungen der „Schaltzentrale“ des Körpers (Tumoren, Abszesse, Infektionen etc.) zu vermindertem Durst.

VI. Niereninsuffizienz

Diese Erkrankung führt nicht direkt dazu, dass der Hund weniger trinkt. Der Fall ist eher umgekehrt: ein chronischer Wassermangel kann auf Dauer dazu führen, dass die Nieren nicht mehr richtig arbeiten können (Niereninsuffizienz) und die meisten Hunde zeigen vermehrten Durst.

In einem fortgeschrittenem Stadium mögen manche Hunde allerdings auch weniger Trinken und Fressen. Das weitere Vorgehen in diesem Fall wird genau mit dem Tierarzt besprochen.

VII. Generelle Schlappheit/Übelkeit

Bei schwer kranken Hunden führt die damit verbundene Erschöpfung teils zu weniger Futter,- und Wasseraufnahme.

In schweren Fällen benötigt Dein Hund eine Infusion, dies wird der Tierarzt mit dir besprechen.

Auf Grund von Krankheit oder Narkose kann Deinem Vierbeiner stark übel sein.

VIII. Schmerzen

Bei Schmerzen, vor allem im Maulbereich, kann es passieren, dass Dein Hund nicht trinken möchte.

Falls Du dies vermutest, solltest Du mit ihm zeitnah zum Tierarzt gehen, dieser wird den Hund auf Zahnschmerzen oder Verletzungen der Maulhöhle untersuchen.

Ebenso führen Bauchkrämpfe oder Blähungen manchmal dazu, dass der Hund lieber nichts mehr zu sich nimmt. Auch hier bitte den Tierarzt konsultieren.

Achtung: Ist Dein Hund stark aufgebläht und würgt weisslichen Schaum („unproduktives Erbrechen“), kann dies auf eine lebensgefährliche Magendrehung hinweisen.

Du musst bei Verdacht unverzüglich(!) Deinen Tierarzt kontaktieren, eine Magendrehung kann innerhalb weniger Stunden zum Tod führen.

[link zum Artikel Magendrehung]

IX. Stress

Auch Unwohlsein oder Stress (Umzug, Verlust,… – die Liste der Möglichkeiten ist lang) kann dazu führen, dass dies Deinem Vierbeiner auf den Magen schlägt und er seinen Napf verschmäht.

Manche Hunde trinken (und fressen) erst, wenn alle Familienmitglieder zu Hause sind.

Ebenso kann es in Extremfällen passieren, dass Dein Hund genau im Moment des Trinkens eine schlechte Erfahrung macht (z.B. ein lauter Knall oder etwas Schmerzhaftes) und Angst vor dem Napf oder der Umgebung, wo der Napf steht, bekommt.

In diesem Falle kurz abwarten, ob sich die Angst im Laufe des Tages von alleine legt.

Falls nicht, ggf. den Wassernapf woanders platzieren oder austauschen.

Manche Futternäpfe aus Metall machen schrille Geräusche – tausche dann diesen Futternapf gegen einen Keramik- oder Glas-Futternapf aus.

X. Hormonelle Ursachen

Sowohl während der Läufigkeit (Hitze) als auch der Scheinträchtigkeit kann es durchaus passieren, dass eine Hündin Wesensveränderungen zeigt.

Ebenso stellen viele Hündinnen kurz vor der Geburt fressen und trinken ein.

Beides ist in der Regel unbedenklich. Versuche, Deiner Hündin regelmäßig Wasser anzubieten oder etwas Flüssigkeit „unterzujubeln“.

Ebenso kann auch der Rüde manchmal vergessen, dass er trinken und fressen muss, wenn er eine läufige Hündin in der Nachbarschaft anhimmelt.

Er braucht dann ebenso etwas Animation, damit er genug trinkt. Verdursten wird er Dir aber aus diesem Grund nicht, keine Sorge.

XI. Probleme im Rudel

Dominiert ein Hund einen anderen stark, so lässt er ihn in manchen Fällen nicht an den Napf (vor allem Fressnapf) oder der „Untergebene“ traut sich nicht mehr an den Wassernapf heran.

In diesem Falle die Hunde separieren, dem betroffenen Hund regelmäßig allein Wasser zur Verfügung stellen, mehrere Näpfe im Haushalt verteilen und sich ggf. professionelle Hilfe holen.

(link zu: Hund ist aggressiv)

Aber auch wir Menschen müssen manchmal die Distanzzonen unserer Hunde erkennen und akzeptieren – vielleicht braucht Dein Vierbeiner einfach Ruhe, um sich am Napf sicher fühlen zu können (eher der Fall bei traumatisierten Hunden). Ist Dein Vierbeiner noch nicht lange bei Dir, so gib ihm Zeit, bis er genug Vertrauen zu Dir gewonnen hat.

XII. Nach einer Operation

Am Tag einer Narkose nehmen viele Hunde weder Futter und Wasser zu sich, da sie noch benommen sind oder Übelkeit vorherrscht. Dies ist in der Regel normal und am nächsten Tag wird alles nachgeholt.


War Dein Vierbeiner längere Zeit in Narkose, wird er wahrscheinlich in dieser Zeit eine Infusion bekommen haben. Manchmal sieht man auch eine rasierte Stelle am Bein, wo der Venenkatheter gelegt wurde.

Manche Hunde bekommen auch erst nach einer Narkose eine Infusion, wenn sie „nicht richtig auf die Beine kommen“.

Am besten besprichst Du aufkommende Fragen direkt mit dem behandelnden Tierarzt.

XIII. Impfen

Manche Autor(innen) berichten von dem sogenannten „Impfschadensyndrom“ (kurz: ISS).

Auf Grund einer Impfung erkrankt der Hund kurze oder längere Zeit später an verschiedenen Erkrankungen, welche von Allergien über Darmentzündungen bis hin zu Epilepsie und Krebs reichen sollen.

Dazu wird eben auch das verringerte Durstgefühl erwähnt.

Meine persönliche Erfahrung: Einen Hund mit vermindertem Durstgefühl nach einer Impfung haben ich und befreundete Kollegen noch nie erlebt. Andere Folgeschäden durch eine Impfung kann und will ich deshalb aber nicht ausschliessen.


4. Einfache Tipps und Tricks, wie Dein Hund mehr Wasser zu sich nehmen wird

Der wohl einfachste Weg, Deinem Hund mehr Flüssigkeit zuzuführen ist entweder eine Futterumstellung (weniger Trockenfutter) oder das Trockenfutter etwas einzuweichen.

Allerdings mögen manche Vierbeiner es dann nicht mehr oder lassen viel übrig. Der Rest muss dann entsorgt werden, da es schnell verdirbt.

Je nach Eigenschaft des Hundes muss man meist etwas rumprobieren, daher folgend weitere Möglichkeiten:

I. Früchte

Gibt man z.B. Blaubeeren oder Cranberry´s mit etwas Wasser (mit/ohne Futter), schlabbert der Hund beim Versuch, diese aus der Schüssel zu fischen nebenbei auch Wasser auf.

II. Leberwurst

Etwas (Bio-)Leberwurst unter das Futter mischen gibt einen für den Hund herrlichen Geschmack (bitte möglichst ohne Salz)

III. Ziegenmilchpulver

Mit etwas Wasser anrühren und dem Hund pur oder mit dem Futter zu schlabbern geben.

Ziegenmilch enthält weniger Laktose (Milchzucker) als Kuhmilch und ist daher besser geeignet. Laktose kann zu Durchfall führen, da viele Hunde diese nicht gut verdauen können (das Enzym Lactase produzieren sie häufig nur im Welpenalter, wenn sie noch Muttermilch trinken)

IV. Wasserspender

Damit macht es Deinem Hund mehr Spass, Wasser zu trinken. Hier bitte auf regelmäßige Reinigung achten, da diese sonst (durch Leitungswasser) verkalken und sich Bakterien festsetzen. Achtung: niemals destilliertes Wasser verwenden, dies kann in größeren Mengen potentiell tödlich sein, da es zu einer starken Elektrolytverschiebung im Blut kommt!

Bei den Hunden, die fließendes Wasser bevorzugen, ist der Trinkbrunnen das Mittel der Wahl (kann zuerst mit laufendem Wasser in der Badewanne probiert werden).

V. Joghurt/Buttermilch

Je nach Größe des Hundes 1-5 EL unter das Futter geben hilft oft Wunder. Zudem enthält Joghurt gesunde Milchsäurebakterien und ist daher, wenn Dein Vierbeiner keinen Durchfall davon bekommt, auch gut als Schonkost geeignet.

VI. Wurstwasser

Futterdosen ausspülen und dieses Wasser über das Futter giessen. Ebenso gut sind Hühnerbrühe, Fleischbrühe, Karottensaft, Thunfischsaft – bitte nur bei geringem bis keinem Salzgehalt.

Tipp für weniger Arbeit: einmal Brühe kochen und in Eiswürfelformen füllen und je nach Bedarf auftauen.

VII. Abgekochte Knochensuppe

Jedoch niemals gekochte Knochen verfüttern, diese können im Verdauungstrakt splittern und zu lebensbedrohlichen Verletzungen führen!

VIII. „Infused Water“

Einen Napf mit Wasser füllen und in dieses verschiedenen Obst- und Gemüsesorten füllen. Wenn ihr das Wasser noch ein bisschen stehen lasst, wird das Wasser den Geschmack annehmen – finden manche Hunde (und auch Menschen ;)) super lecker.

IX. Honig

Etwas (!) Honig ins Wasser geben. Positiver Nebeneffekt: Honig (guter Qualität) in Maßen ist reich an Nährstoffen und hält gesund – frage am besten den lokalen Imker Deines Vertrauens.

X. Hundeeis

Auch unsere Vierbeiner lieben im Sommer ein kühle Erfrischung. Es gibt inzwischen in manchen Geschäften Hundeeis zu kaufen oder Du machst es zu Hause selbst – Rezepte gibt es zahlreich im Internet oder Du frierst Eiswürfel mit Geschmack (s. „Wurstwasser“) ein. Das Hundeeis sollte natürlich Hundetauglich sein, also frei von Zucker, Schokolade etc..

Ebenso reagieren manche Hundemägen empfindlich auf Kälte. Bei diesen Hunden lieber eine andere Alternative suchen.

XI. Weitere praktische Tipps

  • den Napf an einen anderen Ort stellen bzw. einen zweiten Futternapf im Haushalt platzieren (für Deinen Hund leicht zugänglicher Ort, wo er in Ruhe trinken kann)
  • Plastiknäpfe austauschen. Diese geben mit der Zeit schnell einen schlechten Geschmack an das Wasser ab und können zudem giftige Stoffe enthalten. Besser geeignet sind Keramik- Näpfe.
  • Das Leitungswasser selbst ist manchem Hund zu kalk,- oder chlorhaltig. Dann dieses durch einen speziellen Wasserfilter laufen lassen (gegen Kalk) und einige Stunden stehen lassen (Chlor verflüchtigt sich). Oder einfach auf gekauftes Wasser (ohne Kohlensäure) umsteigen.
  • Das Wasser nicht zu warm oder zu kalt anbieten. Optimal ist Raumtemperatur.

5. Und wann muss ich doch zum Tierarzt gehen?

I. Wann muss ich zum Tierarzt?

Hier gilt der Grundsatz:

Wenn Dein Hund 2 Tage lang nichts trinkt.

Zeigt er weitere Symptome wie:

Schlappheit, Apathie, Unruhe, Schmerzen, Inappetenz (frisst nicht),vermehrten oder keinen (Notfall!) Urinabsatz, Durchfall/Erbrechen länger als 1 Tag

Kurz: bei jeglichen Anzeichen von eingeschränktem Allgemeinbefinden oder Krankheit.

Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig den Tierarzt aufsuchen – dies gibt auch Dir als Besitzer mehr Sicherheit.

Bei Verdacht auf eine Magendrehung musst Du sofort alles stehen und liegen lassen und mit Deinem Hund zum Tierarzt fahren. Hierbei zählt tatsächlich jede Minute.

II. Wie erkenne ich, ob mein Hund ausgetrocknet ist?

Dazu gibt es 2 Möglichkeiten, diese lässt Du Dir im Optimalfall von einem Tierarzt zeigen:

1. Schleimhäute

Hebe eine Lefze Deines Vierbeiners und drücke über dem Zahnfleisch auf die Schleimhäute. Diese sollten sich nicht trocken anfühlen sondern feucht-glänzend erscheinen. Ebenso sollte die Schleimhaut nach 1-2 Sekunden wieder blassrosa aussehen (zur Beurteilung braucht es allerdings ein wenig Übung).

2. Hautfaltentest (Test des Hauttugors)

Nimm eine Hautfalte am Nacken Deines Hundes, ziehe sie hoch und lasse los. Im Normalfall legt sich die Haut sofort wieder normal an. Ist Dein Vierbeiner ausgetrocknet bleibt die Haufalte je nach Austrocknungsgrad kurze oder lange Zeit stehen.

Stellst Du fest, dass der Hund ausgetrocknet ist (vor allem beim Hautfaltentest), so stelle ihn noch am gleichen Tag dem Tierarzt vor.

III. Was kann der Tierarzt tun?

Neben der allgemeinen Untersuchung kann er weitere Untersuchungen einleiten. Anhand des Blutbildes lässt sich auch der Grad einer Dehydrierung erkennen.

Als Maßnahme bei starker Exsikkose (Austrocknung) bekommt Dein Hund einen Venenzugang gelegt und über diesen eine Infusion.

Ist bei Deinem Hund klinisch alles in Ordnung und die Tests zeigen keinerlei Hinweis auf eine Erkrankung, sollte auch mit an ein Verhaltensproblem oder Stress als Ursache gedacht werden.


6. Fazit

In den meisten Fällen ist die Sorge um zu wenig Flüssigkeitsaufnahme unbegründet und Dein Vierbeiner weis am besten, wieviel er trinken muss.

Trinkt er tatsächlich zu wenig oder immer am unteren Limit, dann versuche, ihm im Laufe des Tages hier und da etwas Flüssigkeit „unterzumogeln“ – achte aber bitte darauf, dass Du ihn dabei nicht „überwässerst“.

Kein gesunder Hund ist ohne Grund bei einem vollen Wassernapf ausgetrocknet (dehydriert).

Aber Achtung: Im Gegensatz zur Nahrung, ohne die ein gesunder Hund theoretisch Wochen überleben könnten, ist ein Wassermangel schnell lebensbedrohlich. Daher nicht zu lange mit einem Tierarztbesuch zögern, wenn Du ein ungutes Gefühl in Bezug auf Deinen Liebling hast.

Julia Brüner
Julia Brüner
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